25 June 2026, 12:13

Energiewende auf dem Prüfstand: Regierung lockert Effizienzregeln für Rechenzentren

Schwarz-Rot lockert Effizienzregeln für die Wirtschaft

Energiewende auf dem Prüfstand: Regierung lockert Effizienzregeln für Rechenzentren

Der deutsche Ministerrat hat Lockerungen des Energieeffizienzgesetzes beschlossen. Die Änderungen mildern die Vorgaben für Unternehmen, insbesondere für Betreiber von Rechenzentren, und verlängern die Fristen zur Zielerreichung. Kritiker werfen der Regierung vor, damit den Umweltschutz zu schwächen.

Das ursprüngliche Gesetz verpflichtete Behörden und Unternehmen, ihren Energieverbrauch zu senken und Abfälle zu reduzieren. Rechenzentrumsbetreiber unterlagen besonders strengen Auflagen, da sie durch ihren hohen Strombedarf und die Abwärme stark belasten.

Mit den neuen Reformen haben die Betreiber nun vier statt zwei Jahre Zeit, um die Effizienzziele zu erfüllen. Zudem müssen sie ihren Stromverbrauch erst bis 2030 vollständig durch erneuerbare Energien ausgleichen. Die Pflicht zur Nutzung von Abwärme entfällt, sofern kein lokales Fernwärmenetz existiert.

Auch die Schwelle für verpflichtende Energie- oder Umweltmanagementsysteme wurde angehoben. Nur noch Unternehmen mit einem Jahresverbrauch von mindestens 23,6 Gigawattstunden müssen die Vorgaben einhalten.

Das Bundeswirtschaftsministerium begründete die Reformen mit dem Ziel, Bürokratie abzubauen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Peter Adrian vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) bezeichnete die Änderungen als „deutliche Entlastung“ für die Wirtschaft.

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Umweltverbände kritisieren die Entscheidung scharf. Linda Klapdor von Greenpeace warnte, die Neuregelungen schafften Schlupflöcher für Tech-Konzerne und drohten höhere Emissionen. Kilian Vieth-Ditlmann von AlgorithmWatch sprach von einer „Kapitulation vor den Tech-Giganten“ und mahnte steigende Umwelt- und Wirtschaftskosten an.

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