FFF-Allianz reformiert Pressevertrieb – Branche kämpft gegen zentralen Großhändler
Johanna AlbrechtFFF-Allianz reformiert Pressevertrieb – Branche kämpft gegen zentralen Großhändler
Die FFF-Allianz treibt ihre Pläne zur Umgestaltung des deutschen Pressevertriebssystems weiter voran. Geplant ist die Ablösung von 13 regionalen Großhändlern durch einen zentralen Großhändler, die Presse-Grosso-Allianz (PGA). Die Reform stößt jedoch auf massiven Widerstand aus der Branche und wird von bestehenden Unternehmen juristisch angefochten.
Die FFF-Allianz begründet das neue Modell mit Kostensenkungen, stabileren Handelsmargen und vereinfachten Abläufen. Im geplanten System sollen nur noch vier Großhandelsunternehmen als sogenannte „Systempartner“ verbleiben. Zudem betont das Bündnis, dass die Änderungen die Medienvielfalt in Deutschland erhalten helfen.
Verlage haben bereits begonnen, Verträge mit regionalen Großhändlern zu kündigen. Das Landgericht Dortmund wies kürzlich Eilanträge der Großhändler PDG und Lütkemeyer ab, die die Kündigungen stoppen wollten. Beide Unternehmen kündigten an, alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen, um den Abbau ihrer – wie sie betonen – „systemrelevanten“ Vertriebsnetze zu verhindern.
Der Bundesverband Presse-Grosso verurteilte das Vorgehen der Verlage scharf. Die Kündigungen bezeichnete er als „bewusste und koordinierte Zerstörung“ eines eigenständigen Wirtschaftssektors. Der Verband will die Umstrukturierung bis Sommer 2023 durch juristische Schritte stoppen.
Das Bundeskartellamt teilte mit, vorerst keine Maßnahmen gegen die FFF-Initiative zu ergreifen. Dies folgt auf Anpassungen, die die Verlage an ihren ursprünglichen Plänen vorgenommen hatten. Trotz der rechtlichen Unsicherheiten bekräftigte die FFF-Allianz ihr Festhalten an der Reform und plant, die PGA bis Ende 2026 als zentralen Großhändler zu etablieren.
Die Umgestaltung bleibt umstritten. Thorsten Mauch, Vorstandsmitglied des Presse-Grosso-Verbands, warnte vor rechtlichen Risiken und einer möglicherweise chaotischen Übergangsphase. Die Allianz hält jedoch an ihrem Zeitplan und ihren Zielen fest.
