Geheim geplantes Kunstzentrum in Solingen: 28 Millionen Euro ohne Stadtratswissen
Nico MeyerGeheim geplantes Kunstzentrum in Solingen: 28 Millionen Euro ohne Stadtratswissen
Die Pläne des Zentrums für verfolgte Künste für Solingen sind kürzlich an die Öffentlichkeit gelangt. Ein Vorschlag für die Sitzung des LVR-Kulturausschusses am 23. Januar enthüllte Details des Projekts. Der Stadtrat hatte jedoch seit März 2022 keine offiziellen Updates mehr erhalten.
Am 24. November 2022 fand im Zentrum für verfolgte Künste eine Aufsichtsratssitzung sowie eine Gesellschafterversammlung statt. Falk Dornseifer, das einzige anwesende CDU-Ratsmitglied, nahm als Vertreter des Landschaftsverbands Rheinland teil. Sebastian Haug, ein weiteres CDU-Mitglied und Landtagsabgeordneter, verpasste die Sitzung wegen einer zeitgleich stattfindenden Plenarsitzung in Düsseldorf.
Während der Veranstaltung wurde eine Machbarkeitsstudie der ingenhoven associates GmbH präsentiert. Diese skizzierte die mögliche Sanierung und Erweiterung des alten Gräfrather Rathauses an der Wuppertaler Straße. Die geschätzten Kosten für das Vorhaben wurden auf 28 Millionen Euro beziffert.
Bürgermeister Tim Kurzbach kündigte später an, dass Solingen die Absicht habe, das Projekt zu realisieren und zu finanzieren. Dennoch hatte die Stadtverwaltung dem Stadtrat keine Details mitgeteilt. Auch den politischen Gremien, einschließlich des Ausschusses für Kultur, Stadtmarketing und Tourismus – der als Fachgremium für Förderentscheidungen fungiert –, waren keine Informationen zugeleitet worden.
Die Pläne sind nun durch den Vorschlag für den LVR-Kulturausschuss öffentlich geworden. Die endgültige Entscheidung über die Finanzierung obliegt jedoch dem Stadtrat. Aufsichtsratssitzungen finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, und die Teilnehmer unterliegen in der Regel der Vertraulichkeit.
