Karin Bergmann übernimmt als erste Frau die künstlerische Leitung der Salzburger Festspiele
Nico MeyerKarin Bergmann übernimmt als erste Frau die künstlerische Leitung der Salzburger Festspiele
Karin Bergmann hat die künstlerische Leitung der Salzburger Festspiele übernommen. Ihre Berufung markiert einen historischen Moment, da sie als erste Frau an die Spitze des renommierten Festivals tritt. Der Wechsel folgt auf monatelange Unsicherheit nach dem Abgang ihres Vorgängers.
Markus Hinterhäuser verließ sein Amt offiziell Ende März. Sein Rücktritt erfolgte nach langwierigen Auseinandersetzungen, wobei das Festival kaum Transparenz über die Gründe zeigte. Bergmann kritisierte später diese mangelnde Offenheit als chaotisch und schädlich für den Ruf der Festspiele.
Bergmanns Weg zur neuen Position war ungewöhnlich: Sie hatte sich nie formal beworben, sondern verbrachte zwei Jahrzehnte in Führungspositionen. Das Angebot kam überraschend, da sie die Stelle zunächst nicht für möglich gehalten hatte. Zudem wies sie Hinterhäusers Behauptung einer engen Freundschaft zurück und betonte, dass ihr Verhältnis rein professionell gewesen sei.
Als Direktorin plant Bergmann, große Teile von Hinterhäusers musikalischem Programm zu bewahren. Gleichzeitig will sie die Sparte Schauspiel ausbauen und eine stärkere Vertretung von Theaterregisseuren im Kuratorium vorantreiben. Zudem unterstützt sie die Einführung von Frauenquoten, um die Vielfalt zu fördern.
Die Festspielleitung steht vor weiteren Veränderungen: Präsidentin Kristina Hammer wird mit der Tradition brechen und bei der offiziellen Eröffnung am 26. Juli keine Rede halten. Darüber hinaus haben sich 27 Kandidaten – darunter Hammer selbst – für ihre Nachfolge beworben, wenn ihre Amtszeit Ende 2026 endet.
Bergmanns Führung bringt eine neue Ausrichtung für die Salzburger Festspiele. Sie will die bestehenden künstlerischen Stärken weiterentwickeln und gleichzeitig strukturelle sowie repräsentative Lücken schließen. Die kommenden Monate werden zeigen, wie ihre Vision eines der bedeutendsten Kulturevents Europas prägt.






