19 June 2026, 12:19

Kirchenkreis Solingen kämpft mit Finanzen, Antisemitismus und strukturellen Reformen

Protestantische Kirchenkreise betonen: 'Als Christen sollten wir uns für Israel einsetzen!'

Kirchenkreis Solingen kämpft mit Finanzen, Antisemitismus und strukturellen Reformen

Superintendentin Dr. Ilka Werner präsentiert Jahresbericht des Evangelischen Kirchenkreises Solingen

Superintendentin Dr. Ilka Werner hat ihren Jahresbericht für den Evangelischen Kirchenkreis Solingen vorgelegt. Darin ging sie auf finanzielle Belastungen, den wachsenden Antisemitismus sowie strukturelle Veränderungen innerhalb der Kirche und ihrer sozialen Dienste ein.

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Werner verurteilte den anhaltenden Anstieg antisemitischer Vorfälle als unerträglich – trotz des früheren Schwurs „Nie wieder!“. Sie rief die evangelischen Gemeinden auf, Solidarität mit Israel zu zeigen, und betonte die Notwendigkeit von Demut sowie einer klaren Haltung gegen Antisemitismus im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt.

Der Kirchenkreis steht vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Bis 2030 rechnet man aufgrund sinkender Mitgliederzahlen nur noch mit zwölf Pfarrstellen und zwei Dritteln des bisherigen Haushalts. Für 2024 wird ein deutliches Defizit erwartet, verursacht durch rückläufige Kirchensteuereinnahmen und steigende Personalkosten. Werner warnte, dass ohne zusätzliche staatliche Unterstützung trotz des Engagements der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kürzungen bei den Angeboten drohen.

Organisatorisch wird der Kirchenkreis umstrukturiert: Haupt- und nebenamtliche Kräfte in den Bereichen Kirchenmusik, Kinder- und Jugendarbeit werden künftig zentral beschäftigt. Regionale Cluster und gemeinsame Pfarrteams sollen die Zusammenarbeit der zehn Gemeinden stärken. Die Diakonie hat mehr Eigenständigkeit erhalten, um flexibler auf sich ändernde Bedarfe reagieren zu können.

Fortschritte gibt es beim Schutz vor sexualisierter Gewalt. Werner stellte einen kulturellen Wandel hin zu größerer Wachsamkeit und konsequentem Handeln innerhalb der Kirche fest.

Der Evangelische Kirchenkreis Solingen stellt sich den finanziellen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Mit strukturellen Reformen sollen die Angebote trotz Haushaltsengpässen aufrechterhalten werden. Gleichzeitig festigt die Kirche ihre Haltung gegen Antisemitismus und Missbrauch.

Quelle