Massenhafte Arbeitsrechtsverstöße auf Bielefelder Schulbaustelle entdeckt
Tim BöhmMassenhafte Arbeitsrechtsverstöße auf Bielefelder Schulbaustelle entdeckt
Bei einer Routinekontrolle auf einer Baustelle einer Bielefelder Schule sind massenhafte Verstöße gegen Arbeitsrecht aufgedeckt worden. Beamte des Hauptzollamts stellten Unregelmäßigkeiten fest, von denen Dutzende Beschäftigte bei 13 Unternehmen betroffen sind. Die Ermittlungen fanden am 1. Oktober 2025 an der Martin-Niemöller-Gesamtschule im Bielefelder Stadtteil Schildesche statt.
Rund 40 Mitarbeiter der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) der Standorte Bielefeld und Herford führten die unangekündigte Überprüfung durch. Sie befragten 58 Arbeiter, die bei 13 verschiedenen Firmen beschäftigt waren. Die Kontrolle brachte 37 Verstöße ans Licht.
Die meisten Vergehen betrafen verspätete oder unterbliebene Meldungen von Beschäftigten an die Sozialversicherungsträger. In insgesamt 31 Fällen wurde gegen die unverzügliche Meldepflicht für Sozialabgaben verstoßen. Drei Arbeiter erhielten Löhne unter dem gesetzlichen Mindestlohn, in drei weiteren Fällen wurden Sozialleistungen durch falsche Angaben erschlichen.
Keines der 13 Unternehmen, die für diese Verstöße verantwortlich sind, hat seinen Firmensitz in Bielefeld oder Schildesche. Daher werden die Fälle nun von den Hauptzollämtern in den Zuständigkeitsbereichen bearbeitet, in denen die Firmen ansässig sind.
Die Ergebnisse zeigen erhebliche Compliance-Probleme bei den am Schulprojekt beteiligten Auftragnehmern auf. Die zuständigen Behörden werden nun weitere Schritte gegen die betroffenen Unternehmen einleiten. Allen 13 Firmen drohen Strafen wegen ihrer Rolle bei den Verstößen.






