Mevlüde Genç: Vom Opfer rechtsextremer Gewalt zur Symbolfigur für Toleranz
Johanna AlbrechtMevlüde Genç: Vom Opfer rechtsextremer Gewalt zur Symbolfigur für Toleranz
Mevlüde Genç wurde 1993 nach einem rechtsextremen Brandanschlag, den sie überlebte, zu einem Symbol der Widerstandskraft. Bei dem Anschlag verlor sie fünf Familienmitglieder, doch sie setzte sich fortan für Toleranz und gesellschaftlichen Zusammenhalt ein. Für ihr Engagement erhielt sie hohe Anerkennung, darunter die höchste zivile Auszeichnung Deutschlands.
Am 29. Mai 1993 kamen bei einem rechtsextremen Brandanschlag in Solingen fünf Mitglieder der Familie Genç ums Leben. Mevlüde Genç überlebte, doch ihr Sohn Bekir erlitt schwere Verbrennungen, unter deren Folgen er bis heute leidet. Vier Jahre später wurden die fünf Täter wegen Mordes zu Haftstrafen von 15 und 10 Jahren verurteilt.
Trotz ihres Verlusts nahm Genç die deutsche Staatsbürgerschaft an und widmete ihr Leben der Versöhnung. 1996 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz für ihren Kampf gegen Rassismus. Politiker wie Johannes Rau würdigten später den Appell ihrer Familie für Einheit anlässlich des zehnten Jahrestags des Anschlags.
Ihr Wirken hinterließ bleibende Spuren. Nordrhein-Westfalen ehrte sie 2018 mit der Schaffung der Mevlüde-Genç-Medaille. Persönlichkeiten wie Armin Laschet und Sebastian Haug bewunderten ihre Stärke; Laschet nannte sie die beeindruckendste Frau, der er je begegnet sei. Iris Preuß-Buchholz betonte, Genç habe ihr Leben dem friedlichen Miteinander gewidmet.
Mevlüde Genç’ Vermächtnis lebt durch Auszeichnungen und die nach ihr benannte Medaille weiter. Ihr Einsatz für Toleranz inspiriert bis heute. Die Geschichte der Familie Genç bleibt eine kraftvolle Mahnung für Widerstandsfähigkeit angesichts von Hass.
