Mozarts Così fan tutte wird in Wiesbaden zum realen Beziehungsexperiment
Jakob BauerMozarts Così fan tutte wird in Wiesbaden zum realen Beziehungsexperiment
Das Staatstheater Wiesbaden inszeniert Mozarts Così fan tutte in einer mutigen Neuinterpretation für die kommende Spielzeit. Die Produktion verwandelt die klassische Oper in ein Echtzeit-Experiment über Liebe und Treue. Die Zuschauer schlüpfen in die Rolle von Studierenden einer Kunsthochschule und beobachten, wie 20 junge Paare auf der Bühne unerwarteten Prüfungen ausgesetzt werden.
Regisseurin Marie-Ève Signeyrole hat das Werk neu gedacht, um alle Fassaden fallen zu lassen und schonungslos die Wahrheit über Beziehungen offen zu legen. Die Bühne ist als Kunstakademie gestaltet, in der Don Alfonso sein Experiment als Campus-Spiel präsentiert. Sein Ziel: Sowohl die Paare als auch das Publikum verunsichern und sie dazu bringen, sich zu fragen, was von der Liebe übrig bleibt, wenn sie auf die Probe gestellt wird.
Das Theater sucht junge Paare zwischen 18 und 35 Jahren, die teilnehmen möchten. Vorkenntnisse sind nicht nötig – nur Mut und vielleicht ein Quäntchen Humor. Die Tickets für die Vorstellung kosten 10 Euro und sind damit für ein breites Publikum erschwinglich.
Die Paare rücken ins Zentrum des Geschehens und werden genau beobachtet, während ihre Beziehungen auf die Probe gestellt werden. Die Inszenierung sprengt die Grenzen der traditionellen Oper und konfrontiert das Publikum mit unbequemen Fragen zu Treue und Vertrauen.
Die Aufführung fordert sowohl Teilnehmer als auch Zuschauer heraus, über die Zerbrechlichkeit der Liebe nachzudenken. Indem sie Theater mit realen Dynamiken verbindet, will die Produktion neu definieren, wie das Publikum Mozarts Werk erlebt. Das Experiment beginnt mit dem Vorhang – wenn 20 Paare sich ins Ungewisse begeben.






