Neue konservative Denkfabrik will Frankreichs Politik vor der Wahl 2027 prägen
Johanna AlbrechtNeue konservative Denkfabrik will Frankreichs Politik vor der Wahl 2027 prägen
Ein neues rechtes Denkfabrik-Projekt, das Institut de l'Espérance, ist in Frankreich mit Unterstützung des Milliardärs Vincent Bolloré an den Start gegangen. Das 2022 gegründete Institut will die politische Debatte im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 2027 prägen. Seine Führungspersönlichkeiten – allesamt überzeugte christdemokratische Akteure – streben eine Synthese aus konservativem Gedankengut und katholischer Soziallehre an.
Das Institut entstand in einer Phase der Neuausrichtung der französischen Rechten, in der kulturelle Themen zunehmend an Gewicht gewinnen. Anders als viele etablierte konservative Gruppen setzt es sich nicht für eine Rücknahme des Abtreibungsrechts ein, schlägt jedoch vor, Gesetze abzuschaffen, die Versuche, von Schwangerschaftsabbrüchen abzuraten, unter Strafe stellen. Diese differenzierte Haltung spiegelt sein übergeordnetes Ziel wider: den Aufbau einer in christlichen Werten verwurzelten, kohärenten konservativen Doktrin.
Zum Führungsteam gehören Jean-Christophe Thiery, Philippe Royer und Chantal Barry – Persönlichkeiten, die für ihre christdemokratischen Grundsätze bekannt sind. Ihre Arbeit konzentriert sich auf 100 Politikvorschläge zu den Bereichen Migration, Sozialer Wohnungsbau, öffentliche Ausgaben, Wirtschaftsförderung und patriotische Werte. Das Institut versteht sich als Brücke zwischen politischer Reflexion, kulturellem Engagement und gläubnisbasierten Lösungsansätzen.
Als Teil eines wachsenden Netzwerks konservativer und liberaler Organisationen in Frankreich hebt sich das Institut de l'Espérance durch seine explizite Verankerung in der katholischen Soziallehre hervor. Seine Mission besteht darin, praktische, alltagstaugliche Antworten auf moderne Herausforderungen zu bieten – stets verbunden mit traditionellen Werten.
Mit Blick auf die Wahl 2027 bereitet sich das Institut de l'Espérance darauf vor, die intellektuelle und politische Landschaft Frankreichs mitzugestalten. Seine Forschungsarbeiten und Politikvorschläge könnten konservativen Kandidaten als Orientierungsrahmen dienen. Der Ansatz der Denkfabrik – eine Mischung aus Pragmatismus und christlichen Prinzipien – macht sie in der dicht besetzten Landschaft der Interessensverbände zu einer Besonderheit.






