13 June 2026, 22:14

Preisproteste an der Mailänder Scala: Warum die Loggionisti gegen die Erhöhungen kämpfen

Proteste gegen Preiserhöhungen im Scala

Preisproteste an der Mailänder Scala: Warum die Loggionisti gegen die Erhöhungen kämpfen

Preiserhöhungen an der Mailänder Scala lösen Wut bei ihren treuesten Fans aus

Die Ticketpreiserhöhungen am Opernhaus La Scala in Mailand haben bei ihren loyalsten Besuchern Empörung ausgelöst. Die Änderungen, die einen Teil der Plätze betreffen, stoßen vor allem bei den Stammgästen in der oberen Rangloge – den sogenannten Loggionisti – auf scharfe Kritik.

Bei der Montagspremiere von Verdis Carmen kam es zu Protesten: Aus den oberen Rängen wurden Flugblätter geworfen, um den Unmut zum Ausdruck zu bringen. Die Loggionisti bezeichnen die Preisanpassungen als „Gentrifizierung der Scala“ und als „ein Theater für Reiche“.

Die Preise für 36 Plätze in der zweiten Galerie sind um über 30 Prozent gestiegen. Abo-Karten, die bisher 800 Euro kosteten, liegen nun bei 1.050 Euro. Im Schnitt fällt die Erhöhung jedoch moderat aus: Die Plätze in der Galerie steigen von 45,56 Euro in der Spielzeit 2025/26 auf 46,94 Euro im folgenden Jahr – ein durchschnittlicher Anstieg von 1,48 Euro.

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Die Leitung der Scala verteidigt die Anpassungen. Man betont, dass nur ein kleiner Teil der Sitze betroffen sei, und verweist darauf, dass die Preise seit einem Jahrzehnt nicht mehr erhöht worden waren. Intendant Fortunato Ortombina versprach zudem, unter seiner Führung keine weiteren Erhöhungen vorzunehmen. Das Haus, das nach dem Salzburger Festspiele bereits das teuerste Europas ist, arbeitet zwar mit Überschuss. Doch steigende Kosten durch Tarifverhandlungen und die Verlegung von Werkstätten hätten die Änderungen erzwungen.

Die Preiserhöhung vertieft die Frustration unter den langjährigen Unterstützern. Die Scala bleibt das teuerste Theater Europas, und die Leitung besteht darauf, dass die Anpassungen notwendig und begrenzt seien. Die Debatte über Zugänglichkeit und Bezahlbarkeit an diesem historischen Ort geht weiter.

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