30 June 2026, 12:15

Rheinbrücke Leverkusen: Warum NRW den Porr-Vertrag vorzeitig kündigte und was das kostet

Schwach verteidigte Vertragsbeendigung Rheinbrücke

Rheinbrücke Leverkusen: Warum NRW den Porr-Vertrag vorzeitig kündigte und was das kostet

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst hat die Entscheidung des Landes verteidigt, den Vertrag mit dem Baukonzern Porr für die neue Leverkusener Rheinbrücke vorzeitig zu beenden. Der Schritt, der vor sechs Jahren vollzogen wurde, sollte den Bau der Brücke beschleunigen, nachdem schwere Mängel an den Stahlkomponenten festgestellt worden waren.

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Das Projekt der neuen Rheinbrücke umfasst zwei parallele Brückenbauwerke. Die erste ist bereits in Betrieb, während die zweite noch im Bau ist. Derzeit laufen die Montagearbeiten für die Stahlkonstruktionen; die Installation der Pylone soll im September 2026 beginnen. Die Fertigstellung des gesamten Projekts ist für Mitte 2028 geplant.

Wüst begründete die Vertragsauflösung mit systemischen Mängeln in der Arbeit von Porr. Er handelte auf Basis von Gutachten und mit Zustimmung der Bundesregierung, um eine termingerechte Fertigstellung zu gewährleisten. Der Rechtsstreit wird derzeit vor dem Landgericht Köln verhandelt.

Die Bundesregierung fordert von Porr Schadensersatz in Höhe von über 350 Millionen Euro. Der Baukonzern wiederum klagt auf mehr als 200 Millionen Euro für erbrachte Leistungen und entgangene Aufträge. Der FDP-Politiker Christof Rasche warnte, dass die Gesamtkosten inklusive Zinsen auf bis zu eine Milliarde Euro steigen könnten. Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) erklärte, er erwarte nicht, dass das Urteil des Gerichts negative Folgen für das Land haben werde.

Die Brücke bleibt auf Kurs für die Fertigstellung innerhalb der nächsten zwei Jahre. Der anhaltende Rechtsstreit wird die finanziellen Konsequenzen für beide Seiten klären. Das Land hält an seiner Position fest, dass die Vertragsbeendigung notwendig war, um weitere Verzögerungen zu vermeiden.

Quelle