"Scientology-Speedrun"-Trend: Warum Jugendliche Sektenzentren stürmen
Johanna Albrecht"Scientology-Speedrun"-Trend: Warum Jugendliche Sektenzentren stürmen
Ein neuer TikTok-Trend mit dem Namen Scientology-Speedrun veranlasst junge Menschen dazu, Scientology-Zentren in den USA und Deutschland zu stürmen. Bei der Challenge geht es darum, so weit wie möglich in die Gebäude vorzudringen – oft filmen die Teilnehmer ihre Versuche. Als Reaktion darauf wurden an einigen Standorten die Sicherheitsvorkehrungen verschärft.
Der Trend begann in den USA, wo Scientology-Einrichtungen über Eindringlinge und Sachbeschädigungen berichteten. Die Organisation reagierte, indem sie unter anderem Türklinken entfernte und die Sicherheit an bestimmten Orten erhöhte. Von dort aus verbreitete sich die Bewegung nach Deutschland, wo der erste dokumentierte Vorfall im Scientology-Zentrum an der Otto-Suhr-Allee im Berliner Bezirk Charlottenburg stattfand.
Die in Berlin ansässige Bloggerin, bekannt unter dem Online-Namen @larahertha, organisierte einen solchen Speedrun am selben Ort. Die Polizei griff ein, nachdem Teilnehmer versucht hatten, in das Gebäude einzudringen. Unbefugtes Betreten kann in solchen Fällen nach deutschem Recht mit Geldstrafen oder sogar bis zu einem Jahr Haft bestraft werden.
Scientology, deren Ziel es ist, ihre Lehren zu verbreiten und durch ihre Methoden einen „Clear“ – einen vollkommenen Menschen – zu erschaffen, steht seit Jahrzehnten in der Kritik. Manche sehen die TikTok-Challenge als Form des Protests gegen die Organisation. Unterdessen haben Teilnehmer bereits angekündigt, als nächstes Ziel den Bundestag ins Visier zu nehmen.
Laut Schätzungen aus dem Jahr 2024 zählt Scientology in Deutschland etwa 3.600 Mitglieder. Der Trend zwingt die Organisation, die Sicherheit an mehreren Standorten zu verstärken. Die deutschen Behörden warnen vor rechtlichen Konsequenzen für Beteiligte. Die Challenge verbreitet sich weiter – online werden bereits neue Ziele diskutiert.






