Solingen erstellt 2023 erstmals einen qualifizierten Mietspiegel – was Mieter und Vermieter wissen müssen
Jakob BauerSolingen erstellt 2023 erstmals einen qualifizierten Mietspiegel – was Mieter und Vermieter wissen müssen
Solingen erarbeitet 2023 seinen ersten qualifizierten Mietspiegel. Den Anstoß gibt eine überarbeitete Gesetzeslage, die Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern nun zur Erstellung eines solchen Index verpflichtet. Eine repräsentative Stichprobe von Immobilieneigentümern soll die benötigten Daten liefern.
An 1.200 zufällig ausgewählte Eigentümer in Solingen wurde ein Fragebogen verschickt, der bis zum 19. Mai 2023 ausgefüllt werden muss. Diese verwalten gemeinsam rund 5.000 Wohnungen und können ihre Angaben online oder per Papierformular übermitteln.
Juliane Hilbricht, Leiterin des Wohnungswesens, erklärte, dass der Mietspiegel strenge wissenschaftliche und methodische Standards erfüllen müsse. Die Ergebnisse werden ab 2024 eine rechtlich verbindliche Grundlage für Neuvermietungen und Mieterhöhungen bilden.
Für die betroffenen Eigentümer ist dies bereits die dritte Pflichtbefragung in kurzer Folge. Zuvor gab es 2022 die Gebäude- und Wohnungszählung im Rahmen des Zensus sowie die Erhebung von Grundsteuerdaten. Thomas Groos vom Statistikamt räumte die zusätzliche Belastung ein, betonte jedoch, dass die Umfrage aufgrund der aktuellen Rechtslage unvermeidbar sei.
Der qualifizierte Mietspiegel basiert auf einer festen, zufälligen Stichprobe – eine freiwillige Teilnahme ist daher nicht möglich. Ab dem kommenden Jahr wird er als zentrale Referenz für Mietpreise in Solingen dienen. Das Verfahren stellt sicher, dass die neuen gesetzlichen Vorgaben für Großstädte eingehalten werden.
