Solingen steht vor Schulplatznot und veralteten Gebäuden trotz Millioneninvestitionen
Tim BöhmSolingen steht vor Schulplatznot und veralteten Gebäuden trotz Millioneninvestitionen
Solingen kämpft mit wachsendem Schulplatzmangel und maroder Infrastruktur
Trotz Investitionen in Höhe von 400 Millionen Euro in den Schulbau leidet Solingen weiterhin unter einem wachsenden Mangel an Schulplätzen und veralteter Infrastruktur. Der aktualisierte Schulentwicklungsplan sorgt bei lokalen Verantwortlichen und Pädagogen für Besorgnis.
Jens Merten, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Solingen, bezeichnete den überarbeiteten Plan als „verheerende Nachricht“ für die betroffenen Schulen. Viele Einrichtungen, die bereits in früheren Plänen als sanierungsbedürftig eingestuft wurden, befinden sich trotz der Mittel weiterhin in schlechtem Zustand. Besonders drängend ist der akute Mangel an Plätzen in weiterführenden Schulen – die Kapazitäten fast aller Schulformen sind nahezu ausgeschöpft.
Ein neues Grundschulprojekt könnte zwar die Chance auf eine Modernisierung des Bildungsangebots bieten, doch das Vorhaben „Schulcampus Vogelsang“ wird andere Baumaßnahmen um mehrere Jahre verzögern. Merten betonte, dass die Kommunalpolitik nun zügig handeln müsse, um nachhaltige und zukunftsweisende Lösungen zu schaffen.
Zusätzlichen Druck übt die unsichere Finanzierung der Offenen Ganztagsschule (OGS) aus. Noch ist unklar, ob Bund und Länder die Kosten für die OGS ab 2026 übernehmen werden – eine Planungsunsicherheit, die die langfristige Strategie der Stadt erschwert.
Die 400 Millionen Euro haben die langjährigen Probleme der Schulinfrastruktur in Solingen nicht gelöst. Nun ist strategische Weitsicht gefragt, um weitere Engpässe und Verzögerungen zu vermeiden. Ohne klare Finanzierungsperspektiven bleiben der Stadt jedoch die Hände gebunden.
