23 March 2026, 20:31

Steuerzahler zahlen für maroden THTR-300-Reaktor – Betreiber melden Insolvenz an

Diagramm eines Kernkraftwerks mit einem Haus, einem Turm und Wasser im Hintergrund, begleitet von erklärendem Text.

Steuerzahler zahlen für maroden THTR-300-Reaktor – Betreiber melden Insolvenz an

Die Steuerzahler müssen die Stilllegungskosten des defekten THTR-300-Reaktors in Hamm, Nordrhein-Westfalen, tragen. Die Betreibergesellschaft des Kraftwerks, die Hochtemperatur-Kernkraftwerk GmbH (HKG), meldete im September 2025 Insolvenz an – die öffentlichen Haushalte bleiben damit auf den Kosten sitzen. Die Anteilseigner, darunter große Energiekonzerne, suchen nun nach Wegen, sich an den Ausgaben zu beteiligen.

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Der THTR-300 wurde größtenteils mit öffentlichen Geldern finanziert: Der Bund steuerte 1,284 Milliarden Euro bei, das Land NRW weitere 233 Millionen Euro. Dennoch lief das Kraftwerk nur 423 Tage unter Volllast, bevor es 1989 nach 125 meldepflichtigen Störfällen abgeschaltet wurde.

Seit der Stilllegung befindet sich der Reaktor bereits 36 Jahre im sicheren Einschluss. Der Rückbau soll 2028 beginnen und bis 2044 dauern. Bisher beliefen sich die Stilllegungskosten auf rund 441 Millionen Euro, wobei der Bund 133 Millionen und das Land 152 Millionen Euro übernahm.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied, dass weder das Land noch der Bund die zusätzlichen Stilllegungskosten tragen müssen. Unterdessen versuchen sich die HKG-Gesellschafter – darunter RWE, E.ON und mehrere Kommunen – aus der finanziellen Verantwortung zu stehlen. Das Amtsgericht Dortmund ordnete am 23. September 2025 eine vorläufige Insolvenzverwaltung an.

Zum Erbe des THTR-300 gehören 305 Castor-Behälter mit etwa 675.000 bestrahlten Kugeln, die derzeit im Zwischenlager Ahaus lagern. Eine endgültige Lösung für ihre Entsorgung steht noch aus.

Da die HKG insolvent ist, wird die Stilllegung des THTR-300 vollständig aus Steuergeldern finanziert. Mit dem bis 2044 geplanten Rückbau werden die Kosten weiter steigen – und für den gelagerten Atommüll gibt es nach wie vor kein Endlager.

Quelle