Streit um Bronze-Abzeichen: Sollten Kinder ohne Nachweis aus Schwimmbädern ausgeschlossen werden?
Johanna AlbrechtStreit um Bronze-Abzeichen: Sollten Kinder ohne Nachweis aus Schwimmbädern ausgeschlossen werden?
Eine Debatte ist über den Vorschlag entbrannt, Kinder zum unbegleiteten Besuch öffentlicher Schwimmbäder nur noch mit dem Bronze-Schwimmabzeichen zuzulassen. Die Idee stößt bei Vertretern aus dem Schwimmsport und der Politik auf geteilte Reaktionen: Während einige sie als sinnvolle Sicherheitsmaßnahme begrüßen, warnen andere vor unerwünschten Nebenwirkungen.
Peter Harzheim, Präsident der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), forderte eine bundesweite Umsetzung der Regel für alle kommunalen und privaten Freibadbetreiber. Das Bronze-Abzeichen garantiere, dass Kinder sicher schwimmen könnten, argumentierte er. Auch Ute Vogt von der DLRG zeigte Verständnis für den Vorschlag.
Christian Mankel, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB), nannte die Diskussion nachvollziehbar, warnte jedoch, dass strikte Zugangsverbote Nichtschwimmer und schwache Schwimmer in unbewachte Gewässer drängen könnten – mit erhöhten Risiken.
Die Grünen-Politikerin Schahina Gambir kritisierte den Plan als diskriminierend. Er treffe einkommensschwache Familien besonders hart, so ihre Befürchtung. Gambir betonte zudem, dass im Falle einer Einführung alle Kinder Zugang zu Schwimmkursen erhalten müssten.
Die Debatte um den Vorschlag dauert an. Befürworter heben die mögliche Steigerung der Kindersicherheit in Bädern hervor, während Gegner befürchten, dass er für manche Familien Hürden schafft und riskantes Verhalten an anderen Orten fördert.
