Tagesmütter geben auf: Energiekosten und Finanznot bedrohen Kinderbetreuung
Johanna AlbrechtTagesmütter geben auf: Energiekosten und Finanznot bedrohen Kinderbetreuung
Tagesmütter und Tagesväter in Deutschland verlassen vermehrt ihren Beruf – Grund sind steigende Energiekosten und finanzielle Belastungen. Diese Entwicklung gefährdet die Kinderbetreuungsangebote und könnte in lokalen Gemeinden zu einer Krise führen. Der Deutsche Verband für Kindertagespflege hat bereits vor den Risiken gewarnt, doch die Landesregierung hat bisher keine Maßnahmen ergriffen.
Ralf Krings, Landesvorsitzender der FREIEN WÄHLER NRW, weist darauf hin, dass einige Städte bereits jetzt Schwierigkeiten haben, ausreichend Betreuungsplätze anzubieten – selbst mit Unterstützung von Tagespflegepersonen liege die Abdeckung kaum bei 80 Prozent. Die Partei betrachtet Tagesmütter und -väter als unverzichtbar für das Betreuungssystem und den sozialen Zusammenhalt.
Die FREIEN WÄHLER NRW wollen über kommunale Anträge an den Deutschen Städtetag Druck für Veränderungen aufbauen. Ihr Vorschlag umfasst eine pauschale Steuerbefreiung für Tagespflegepersonen, finanziert durch die Mehreinnahmen des Landes aus hohen Energiepreisen und Inflation. Die Partei lehnt es ab, die finanzielle Last auf die Kommunen abzuwälzen, da das Bundesrecht ohnehin bereits einen Rechtsanspruch jedes Kindes auf Betreuung garantiert.
Ohne Gegenmaßnahmen könnte der Rückgang der Tagespflegekräfte Eltern ohne Betreuungsmöglichkeiten zurücklassen. Die geplante Steuerbefreiung soll kurzfristig Entlastung schaffen. Langfristig schlägt die Partei vor, ähnliche Regelungen auch auf andere systemrelevante Berufe auszuweiten.
