02 May 2026, 04:17

Über 7.000 Sprengkörper: NRWs gefährlichster Job im Kampf gegen Altlasten

Zwei Männer in Schutzausrüstung inspizieren eine große, spitz zulaufende zylindrische Rakete auf einem Flugzeugträger.

Über 7.000 Sprengkörper: NRWs gefährlichster Job im Kampf gegen Altlasten

Sprengstoffentschärfer in Nordrhein-Westfalen entschärften im vergangenen Jahr Tausende gefährliche Kampfmittel

Die Spezialeinheiten des Landes beseitigten über 7.000 explosive Altlasten, darunter Bomben, Granaten und andere Munition. Ihre Arbeit erfordert Präzision, modernste Technik und kühles Blut unter Druck.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Nordrhein-Westfalen (KBD) registrierte allein 2024 mehr als 35.500 Einsätze. Die Hauptaufgabe der Teams besteht darin, Blindgänger vor Baubeginn zu bergen. Insgesamt wurden 7.266 Sprengkörper sicher entfernt – darunter 1.606 Bomben und 2.496 Granaten.

Parallel dazu unterhält das Landeskriminalamt (LKA) eine eigene Einheit für die Entschärfung von unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen (USBV), die seit 1981 im Einsatz ist. Das 15-köpfige Team, zu dem auch der Experte Andreas Otte gehört, führt jährlich rund 800 Operationen durch. Bei etwa 300 davon handelt es sich um scharfe Sprengkörper – nicht nur in Nordrhein-Westfalen, sondern auch in anderen Bundesländern.

Die Schwerpunkte des LKA haben sich im Laufe der Zeit verschoben: Während Sprengungen von Geldautomaten zurückgehen, nehmen Fälle mit militärischer Sprengmunition, Pyrotechnik und selbstgebauten Bombenlabors zu. Für diese Bedrohungen setzt die Einheit auf hochmoderne Entsorgungsfahrzeuge und ferngesteuerte Roboter. Strenge Sicherheitsvorschriften sehen vor, dass alle Arbeiten aus der Distanz durchgeführt werden, um das Risiko für die Einsatzkräfte zu minimieren.

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Andreas Otte, erfahrener USBV-Spezialist, trägt bei seinen Einsätzen einen maßgefertigten Kevlar-Anzug. Das 40 Kilogramm schwere Schutzsystem kostet über 60.000 Euro und benötigt 15 Minuten, bis es angelegt ist. Sein Helm ist verstärkt, doch auf Handschuhe verzichtet er bewusst – um bei filigranen Arbeiten die nötige Fingerfertigkeit zu behalten. Sowohl der KBD als auch das LKA betonen, dass ihre Arbeit absolute Konzentration, technisches Können und einen besonnenen Umgang mit lebensgefährlichen Situationen erfordert.

Durch das Engagement der Teams werden jährlich Tausende Sprengkörper unschädlich gemacht – ob auf Baustellen, im Rahmen von Ermittlungen oder bei Notfalleinsätzen. Angesichts neuer Bedrohungen und fortschrittlicher Technik bleibt ihre Rolle unverzichtbar, um Katastrophen zu verhindern.

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