28 November 2025, 12:28

18 Monate Haft wegen Schwarzfahrens: Warum Jens C. bald frei kommt

Eine Straße mit Autos und einem Bus im Vordergrund, im Hintergrund Gebäude mit Wänden, Fenstern, Tellern und Dächern sowie Plakate und Banner an den Wänden und ein Laternenmast.

18 Monate Haft wegen Schwarzfahrens: Warum Jens C. bald frei kommt

Berliner Initiative übernimmt Schulden von 1.500 Inhaftierten wegen Schwarzfahrens seit 2021

Eine in Berlin ansässige Hilfsorganisation hat seit 2021 die Schulden von rund 1.500 Menschen übernommen, die wegen Fahrpreishinterziehung inhaftiert wurden. Der Freedom Fund, der sich für eine Entkriminalisierung einsetzt, argumentiert, dass Gefängnisstrafen für unbezahlte Fahrkarten ungerecht seien. Gleichzeitig sitzt ein Mann wegen wiederholter Verstöße bereits seit 18 Monaten hinter Gittern – trotz wachsender Forderungen nach einer Reform.

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In Deutschland bleibt das Fahren ohne gültigen Fahrausweis nach Paragraf 265a des Strafgesetzbuchs eine Straftat. Jährlich müssen zwischen 8.000 und 9.000 Menschen mit rechtlichen Konsequenzen rechnen: 95 Prozent erhalten Geldstrafen, fünf Prozent kommen ins Gefängnis. Ein solcher Fall ist Jens C., der 17 Mal ohne gültiges Ticket erwischt wurde – mit der Folge einer einjährigen Haftstrafe und einer Geldbuße von 1.050 Euro. Nach einer verlängerten Haftzeit von 18 Monaten soll er nun am 27. November aus der Justizvollzugsanstalt Siegburg entlassen werden.

Jens C. wird zwar noch in diesem Monat die Freiheit wiedererlangen, doch das grundsätzliche Problem bleibt ungelöst. Da jährlich Tausende betroffen sind, wächst der Druck auf eine gesetzliche Reform. Die Arbeit des Freedom Fund zeigt, wie sehr sich Strafverfolgung und Forderungen nach einem gerechteren System weiterhin gegenüberstehen.