AfD in NRW zerrissen: Jacobi und Zaum fordern Vincentz' Macht heraus
Johanna AlbrechtAfD in NRW zerrissen: Jacobi und Zaum fordern Vincentz' Macht heraus
Die AfD in Nordrhein-Westfalen steckt in neuer Turbulenz: Fabian Jacobi und Christian Zaum stellen sich gegen Landeschef Martin Vincentz
In der nordrhein-westfälischen AfD eskaliert der interne Streit, nachdem sich mit Fabian Jacobi und Christian Zaum zwei führende Mitglieder gegen den Landesvorsitzenden Martin Vincentz aufgestellt haben. Die beiden kandidieren gemeinsam für den Parteivorsitz und vertiefen damit die bestehenden Gräben im Landesverband. Der Konflikt offenbart Vorwürfe der Vetternwirtschaft, Missmanagements und Machtkämpfe innerhalb der Partei.
Fabian Jacobi, langjähriges Mitglied im Landesvorstand und aktuell stellvertretender Vorsitzender, hatte seine Kandidatur vor zwei Wochen auf Facebook bekannt gegeben. An seiner Seite tritt Christian Zaum an, der als Kreissprecher der AfD fungiert. Beide bilden ein gemeinsames Ticket und streben die Ablösung Vincentz' als Landesvorsitzenden an.
Ihre Herausforderung findet prominente Unterstützung: Matthias Helferich, Bundestagsabgeordneter des rechtspopulistischen Flügels, steht hinter dem Duo. Selbst aus Vincentz' eigener Fraktion im Landtag scheren zwei Stellvertreter aus – Sven Tritschler und Enxhi Seli-Zacharias – und positionieren sich auf Seiten der Herausforderer. Kritiker werfen Vincentz vor, bei Personalentscheidungen mit zweierlei Maß zu messen und so Unmut zu schüren.
Ein zentraler Streitpunkt ist der Fall Klaus Esser, ein ehemaliger Verbündeter Vincentz'. Esser soll seinen Lebenslauf gefälscht haben, um eine Parteifunktion zu erhalten – doch Vincentz leitete keine disziplinarischen Schritte ein. Zaum hingegen sieht sich selbst mit Parteiausschlussverfahren konfrontiert und wird zugleich beschuldigt, durch Blockadepolitik neuen Mitgliedern den Zugang zu verwehren, um den Einfluss seiner Gruppierung zu sichern.
Der Machtkampf um die Führungsspitze unterstreicht die anhaltenden internen Zerwürfnisse im nordrhein-westfälischen AfD-Landesverband. Mit gespaltenen Reihen unter den Führungskräften könnte das Ergebnis der Abstimmung die innerparteilichen Machtverhältnisse neu ordnen. Bisher gibt es jedoch keine Anzeichen dafür, dass der Streit Auswirkungen auf die programmatische Ausrichtung der AfD oder Wahlergebnisse in anderen Bundesländern hat.
