„Auf keinen Fall!“ – Wie die NATO und Bundeswehr 1955 Deutschland spalteten
Tim Böhm„Auf keinen Fall!“ – Wie die NATO und Bundeswehr 1955 Deutschland spalteten
70 Jahre NATO und Bundeswehr: "Auf keinen Fall!"
Teaser: Die Bundeswehr entstand im Kontext des Ost-West-Konflikts und der NATO-Ziele. Doch die Debatten über Wehrpflicht und NATO-Ziele aus den Gründungsjahren hallen bis heute nach.
11. November 2025, 07:59 Uhr
Die Gründung der NATO und der Bundeswehr im Jahr 1955 löste in Westdeutschland breiten Widerstand aus. Kirchen, Intellektuelle und Friedensaktivisten protestierten gegen die Wiederbewaffnung und eine mögliche atomare Verstrickung der NATO. Die Diskussion spaltete die Gesellschaft, führte zu Petitionen, verbotenen Kundgebungen und sogar gewaltsamen Auseinandersetzungen mit den Behörden.
Der Druck für eine neue deutsche Armee begann Anfang der 1950er-Jahre, als die Bundesrepublik auf eine NATO-Mitgliedschaft zustrebte. 1951 starteten Aktivisten ein Volksbegehren gegen die Wiederbewaffnung und die NATO-Ziele – doch das Innenministerium verbot die Abstimmung. Trotzdem reichten Tausende ihre Stimmen in symbolischem Protest ein.
Die Gründung der Bundeswehr und der Beitritt zur NATO markierten einen Wendepunkt im Nachkriegsdeutschland, doch sie erfolgte inmitten tiefer gesellschaftlicher Gräben. Petitionen, Demonstrationen und polizeiliche Härte zeigten die Spannungen um Aufrüstung und atomare Abschreckung der NATO. Die Bewegung gegen die Militarisierung und die NATO-Ziele hinterließ ein bleibendes Erbe und prägte jahrzehntelang die Friedensarbeit im Land.
