27 March 2026, 18:17

Bergisch Gladbach steht vor der Pleite: 50 Millionen Euro Defizit und wachsende Arbeitslosigkeit

Plakat mit der Aufschrift "Die Wirtschaft gerettet und den Kurs der Pandemie verändert durch das American Rescue Plan" in fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund mit blauen und grünen Bildern.

Bergisch Gladbach steht vor der Pleite: 50 Millionen Euro Defizit und wachsende Arbeitslosigkeit

Bergisch Gladbach steuert auf eine sich verschärfende Finanzkrise zu: Der Haushaltsentwurf für 2026 weist ein Defizit von fast 50 Millionen Euro aus. Steigende Steuern und der Niedergang der Industrie treiben die Stadt in Richtung Insolvenz – Beamte warnen vor dramatischen Folgen ab 2027. Bereits jetzt spüren ansässige Unternehmen und Bürger die Belastung: Die Arbeitslosenzahlen steigen, der wirtschaftliche Druck wächst.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die finanziellen Probleme der Stadt spiegeln die allgemeinen wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Region wider. Bis Anfang 2025 hatten bereits 38 Prozent der Industriebetriebe im Kreis Entlassungen angekündigt. Große Arbeitgeber wie Isover und die Zanders-Papierfabrik sind bereits zusammengbrochen und haben Hunderte von Arbeitsplätzen gekostet. Isover stellte wegen des Gebäudeenergiegesetzes die Produktion ein – 160 Stellen fielen weg. Die traditionsreiche Zanders-Fabrik, einst über 200 Jahre alt, musste nach einer Forderung von sieben Millionen Euro für CO₂-Zertifikate schließen und entließ 380 Mitarbeiter.

Steuererhöhungen für die Bürger haben die Krise kaum abgemildert. Bergisch Gladbach erhebt bereits jetzt überdurchschnittlich hohe Steuern im Vergleich zu anderen Städten in Nordrhein-Westfalen. Der Stadtkämmerer räumte ein, dass selbst mit Haushaltsanpassungen eine Insolvenz bis 2027 kaum abzuwenden sei.

Regionale Wirtschaftsexperten schlagen Alarm angesichts der beschleunigten Deindustrialisierung. Im Februar 2026 bezeichnete Dr. Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer, den Trend als unaufhaltsam. Unterdessen legte die AfD-Fraktion einen Zehn-Punkte-Plan vor, um den Haushalt ohne Steuererhöhungen auszugleichen – dessen Wirkung bleibt jedoch ungewiss.

Auch frühere Ausgaben geraten in die Kritik. Trotz Investitionen in den Klimaschutz konnten die Maßnahmen die schweren Überschwemmungen im Strundepark 2021 nicht verhindern. Zwar gibt es keine lokalen Berichte über weitere Schließungen oder Entlassungen, die direkt auf das Gebäudeenergiegesetz zurückzuführen wären – doch die wirtschaftlichen Schäden sind bereits sichtbar.

Die Stadt kämpft nun mit einer schrumpfenden Industriebasis, steigender Arbeitslosigkeit und einem Haushalt am Limit. Da Steuererhöhungen bereits umgesetzt sind und keine kurzfristige Entlastung in Sicht ist, muss Bergisch Gladbach die eskalierende Finanzlage meistern. Behörden und Unternehmen bereiten sich auf harte Entscheidungen in den kommenden Jahren vor.

Quelle