Familie Schönbächler stoppt kommerzielle Ausbeutung des Richi-Memes nach jahrelangem Kampf
Jakob BauerFamilie Schönbächler stoppt kommerzielle Ausbeutung des Richi-Memes nach jahrelangem Kampf
Eine Schweizer Familie wehrt sich gegen die unberechtigte Nutzung eines viralen Memes, das ihren Sohn zeigt. Der unter dem Namen Richi bekannte Clip zeigt einen kleinen Jungen, der von einem Bagger fällt, während sein Vater erschrocken ruft. Jahrelang versuchte die Familie Schönbächler, ihre Privatsphäre zu schützen – doch die kommerzielle Verwendung des Memes erfolgte weiterhin ohne ihre Zustimmung.
Im März dieses Jahres verurteilten sie öffentlich die Ausbeutung der Aufnahme. Nun führen ihre Einwände zu Veränderungen in der Nutzung des Memes, darunter die Streichung einer beliebten Eishockey-Hymne und Überarbeitungen eines Hit-Songs.
Das Richi-Meme entstand 2010 während einer Folge der Schweizer TV-Serie Auf und davon. Der Clip zeigt den damals fünfjährigen Richi Schönbächler, der in Kanada von einem Bagger stürzt, während sein Vater Hermann ruft: "Richiii! I ha gseit, du söusch di guet häbe!" Das Video verbreitete sich rasant und erreichte über eine Million Aufrufe auf YouTube in verschiedenen bearbeiteten Versionen.
Mit der Zeit wurde das Meme in der Schweiz kommerziell genutzt – es tauchte auf Merchandise-Artikeln wie Socken, Aufbügelmotiven und sogar in einem Kinderbuch auf. 2022 veröffentlichte die Schweizer Band Stubete Gäng einen Song namens Richi, der das Bagger-Motiv und Hermanns ursprünglichen Ruf aufgriff. Der Titel wurde weit bekannt und sogar von der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft als Torhymne übernommen.
Die Familie Schönbächler jedoch mied seit Langem die Öffentlichkeit, um ihre Kinder vor unerwünschter Aufmerksamkeit zu schützen. Im März veröffentlichte sie auf Facebook eine Stellungnahme, in der sie die unberechtigte Nutzung des Memes kritisierte. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Der Eishockey-Verband strich Richi als Hymne, und Stubete Gäng kündigte an, den Song neu aufzunehmen – diesmal ohne Hermanns Stimme, um den Bedenken der Familie Rechnung zu tragen.
Obwohl der Sender SRF teilweise die Rechte an den Aufnahmen besitzt, behält die Familie die Persönlichkeitsrechte an ihrem Bild und ihren Stimmen. Ihr Widerstand zwingt nun zu einer Neubewertung der Nutzung des Clips – sowohl in der Musik als auch bei öffentlichen Veranstaltungen.
Die Intervention der Familie hat bereits konkrete Folgen: Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft spielt Richi bei Spielen nicht mehr, und Stubete Gäng wird eine überarbeitete Version des Songs veröffentlichen. Da die Persönlichkeitsrechte nun klar geltend gemacht wurden, könnten weitere unberechtigte kommerzielle Nutzungen des Memes künftig auf juristische Hindernisse stoßen.
Der Fall zeigt das Spannungsfeld zwischen viralem Content und dem Recht auf Privatsphäre – selbst Jahre, nachdem ein Clip erstmals im Internet die Runde macht.






