Bielefelds neues Jugendjustizzentrum setzt auf Betreuung statt Bestrafung
Jakob BauerBielefelds neues Jugendjustizzentrum setzt auf Betreuung statt Bestrafung
Neues Jugendjustizzentrum in Bielefeld eröffnet – achte Einrichtung dieser Art in NRW
In Bielefeld hat ein neues Jugendjustizzentrum seine Türen geöffnet und ist damit die achte Einrichtung dieser Art in Nordrhein-Westfalen. Direkt in der Nähe des Hauptbahnhofs gelegen, soll es junge Straftäter durch eine Kombination aus rechtlichen Konsequenzen und intensiver Betreuung unterstützen. Das Zentrum orientiert sich an einem Modell, das 2009 in Köln eingeführt wurde und seit 2012 in Paderborn erfolgreich läuft.
Unter einem Dach arbeiten hier Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendhilfe zusammen. Ihr Ziel: Jugendlichen sollen schnell die rechtlichen Grenzen bewusst werden, während sie gleichzeitig strukturierte Hilfe erhalten. Rund 50 junge Menschen pro Jahr sollen durch maßgeschneiderte Programme und feste Ansprechpartner gefördert werden.
Die Teilnehmer werden individuell für das Programm ausgewählt. Der Ansatz hat sich in anderen Städten bereits bewährt – Studien der Kriminologischen Zentralstelle (KrimZ) zeigen, dass ähnliche Zentren die Rückfallquoten um 60 bis 80 Prozent senken konnten. Allerdings gibt es keine offiziellen Zahlen dazu, wie viele Straftaten dadurch verhindert oder wie viele Jugendliche insgesamt von einer kriminellen Laufbahn abgehalten wurden.
Ein weiteres Jugendjustizzentrum ist bereits in Duisburg geplant. Das Modell setzt auf enge Zusammenarbeit der Behörden und schafft so ein stabiles Gerüst zur Bekämpfung der Jugendkriminalität in der Region.
Das Bielefelder Zentrum wird wie seine Vorgänger funktionieren: Es verbindet rechtliche Verantwortung mit sozialer Unterstützung. Zwar fehlen genaue Daten zur präventiven Wirkung, doch der Ansatz hat langfristig Erfolg bei der Verringerung von Wiederholungstaten gezeigt. Die geplante Erweiterung nach Duisburg deutet auf wachsendes Vertrauen in die Wirksamkeit des Systems hin.






