03 December 2025, 12:27

Coca-Cola-Chef Galvin warnt vor Bürokratie und schwacher Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland

Zwei Dosen Limonade, eine Pepsi und eine Coca-Cola, nebeneinander gestellt.

Coca-Cola-Chef Galvin warnt vor Bürokratie und schwacher Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland

John Galvin, der Chef von Coca-Cola Europacific Partners (CCEP) in Deutschland, hat sich kritisch zum hiesigen Wirtschaftsklima geäußert. Er bezeichnete übermäßige Bürokratie, hohe Kosten und langsame Genehmigungsverfahren als zentrale Hindernisse für Unternehmen. Seine Aussagen fallen in eine Zeit, in der Wirtschaftsführer vor der tiefsten Wirtschaftskrise Deutschlands seit Jahrzehnten warnen.

Galvin übernahm die Leitung von CCEP Deutschland am 1. Juni 2022 und ist seitdem für eine Belegschaft von 6.100 Mitarbeitern an 24 Standorten verantwortlich. Das Unternehmen vertreibt jährlich 4,1 Milliarden Liter Getränke wie Coca-Cola, Fanta und Sprite. Trotz der Herausforderungen betonte er, dass CCEP weiterhin zu Deutschland stehe und keine Pläne habe, die Produktion ins Ausland zu verlagern.

Er kritisierte die Bundesregierung scharf dafür, zu wenig für die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit zu tun. Explodierende Strompreise, hohe Löhne und steigende Krankheitsquoten belasteten die Unternehmen zusätzlich. Selbst einfache Aufgaben – das Versetzen eines Zauns, das Beschneiden von Bäumen oder die Reparatur eines Daches – entwickelten sich aufgrund mehrerer zuständiger Behörden und komplizierter Vorschriften zu langwierigen Prozessen.

Galvin warf den Verantwortlichen eine starre Haltung vor und sagte: „Die Einstellung lautet: Wir setzen die Regeln durch, und diese Wirtschaftstreibenden werden wir schon in Schach halten.“ Zwar begrüßte er Bundeskanzler Friedrich Merz’ Ankündigung, Bürokratie abzubauen, forderte jedoch konkrete Taten statt bloßer Absichtserklärungen.

Peter Leibinger, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), hatte kürzlich die wirtschaftliche Lage Deutschlands als die schlechteste seit Gründung der Bundesrepublik bezeichnet. Diese Einschätzung unterstreicht die Dringlichkeit von Reformen, um die Belastungen für Unternehmen zu verringern.

Galvins Äußerungen spiegeln die wachsende Verärgerung der Wirtschaft über die regulatorischen Hürden in Deutschland wider. Wie die Regierung auf diese Kritik reagiert, wird mitentscheiden, ob Unternehmen wie CCEP ihre Aktivitäten im Land aufrechterhalten können. Zwar hat CCEP eine Verlagerung der Produktion ins Ausland ausgeschlossen, doch der Druck auf politische Veränderungen wächst weiter.

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