17 February 2026, 16:38

Crowdfunding für Leipzigs unschuldigen Hotelmitarbeiter – warum die Entschädigung von Gil Ofarim noch immer fehlt

Ein deutsches Propagandaplakat der NSDAP, das zwei Männer auf einem Sofa zeigt, mit Textinformationen zur Partei.

Hotelangestellter Markus W. bekommt Spenden für seine Leiden - Crowdfunding für Leipzigs unschuldigen Hotelmitarbeiter – warum die Entschädigung von Gil Ofarim noch immer fehlt

Eine Crowdfunding-Kampagne ist gestartet, um Markus W. zu unterstützen – den Leipziger Hotelmitarbeiter, der 2021 fälschlich vom Sänger Gil Ofarim des Antisemitismus beschuldigt wurde. Die öffentliche Initiative folgt auf Ofarims jüngste Einnahmen aus einem Reality-TV-Sieg, doch die vereinbarte Entschädigung an W. blieb trotz eines gerichtlichen Vergleichs weiterhin aus.

Der Streit begann 2021, als Ofarim ein Video veröffentlichte, in dem er Markus W. vorwarf, ihm im Leipziger Westin Hotel wegen seines Davidstern-Halsketten die Bedienung verweigert zu haben. Spätere Ermittlungen widerlegten die Vorwürfe: Zeugenaussagen und Sachverständigengutachten bestätigten, dass die Anschuldigungen haltlos waren. Im November 2023 entschuldigte sich Ofarim vor Gericht, willigte ein, 20.000 Euro Schadensersatz zu zahlen und weitere 10.000 Euro an eine gemeinnützige Organisation zu spenden. Doch bis 2026 blieb die Zahlung aus – Ofarims Anwalt begründete dies damit, dass die Summe erst beglichen werde, sobald flüssige Mittel verfügbar seien.

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Die öffentliche Solidarität mit Markus W. wuchs im Laufe der Zeit. Nach Jahren der Prüfung gilt er heute weithin als das eigentliche Opfer, besonders nach Ofarims jüngsten Auftritten in der RTL-Show Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!, wo er 100.000 Euro gewann – zusätzlich zu seinen 400.000 Euro Show-Einnahmen. Die erneute Aufmerksamkeit führte zu Kritik an Ofarim, der sich weiterhin als Opfer inszeniere, woraufhin Markus W. erneut frustriert Stellung bezog.

Nun hat sich eine Social-Media-Persönlichkeit eingeschaltet und eine Spendenaktion für W. organisiert. Die eingehenden Gelder werden bei der Übergabe transparent dokumentiert. W. kündigte an, das Geld für drei Zwecke zu verwenden: die Unterstützung von HateAid, einer deutschen NGO, die sich gegen Hass im Netz engagiert, eine Spende an die Leipziger Initiative Minilöwen, die sich um frühgeborene und kranke Neugeborene kümmert, sowie persönliche Zeit mit seiner Familie.

Die Crowdfunding-Aktion unterstreicht die langfristigen Folgen des Falls für Markus W.s Leben. Während Ofarims Zahlung weiterhin aussteht, ermöglicht die öffentliche Kampagne, dass W. die Mittel gezielt für ihm wichtige Anliegen einsetzen kann. Der Fall lenkt nach wie vor den Blick auf die Konsequenzen falscher Anschuldigungen und die Bedeutung von Verantwortungsübernahme.