Deichmann klagt gegen Entsorgungskosten – drohen nun günstigere Schuhe für Kunden?
Tim BöhmSchuhkartonsstreit: Warum Deichmann über Entsorgungskosten klagt - Deichmann klagt gegen Entsorgungskosten – drohen nun günstigere Schuhe für Kunden?
Der Schuhhändler Deichmann geht rechtlich gegen eine Regulierungsbehörde vor, um sich gegen die Kosten für die Entsorgung von Schuhkartons zu wehren. Das Unternehmen argumentiert, es werde doppelt für die Abfallbewirtschaftung belastet – was sich langfristig auf die Schuhpreise für Kunden auswirken könnte. Eine Gerichtsverhandlung am Freitag, dem 10. Oktober, wird den Fall eingehend prüfen.
Deichmann zahlt derzeit Gebühren an ein Entsorgungssystem, das als 'duales System' bekannt ist, für die Sammlung und das Recycling von Haushaltsabfällen. Dazu gehören auch Papier und Pappe, obwohl der Händler betont, dass seine Schuhkartons nur selten im Restmüll landen. Stattdessen lassen die meisten Kunden die Kartons nach dem Schuhkauf im Schuhegeschäft zurück – allein im vergangenen Jahr wurden in Deutschland rund 90 Millionen Paar Schuhe verkauft.
Falls das Gericht zugunsten von Deichmann entscheidet, könnte der Händler die Schuhpreise durch den Wegfall unnötiger Entsorgungskosten senken oder stabil halten. Aktuell werden diese Zusatzkosten an die Käufer weitergegeben. Das Urteil wird zudem klären, wie Abfallvorschriften für Verpackungen gelten, die im Handel verbleiben und nicht in den Restmüll gelangen.
