Deutschlands Hühnerpolitik: Kein landesweiter Stallzwang, Bundesländer entscheiden
Admin UserKein allgemeiner Hühnerstallzwang in NRW - Deutschlands Hühnerpolitik: Kein landesweiter Stallzwang, Bundesländer entscheiden
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Berlin hat bis Oktober 2025 keine bundesweite Stallpflicht für Geflügel eingeführt. Stattdessen setzt es auf risikobasierte Bewertungen der Bundesländer und regionale Gegebenheiten, um lokale Maßnahmen zu bestimmen. Eine einheitliche nationale Regelung gibt es demnach nicht, doch die Abstimmung mit den Ländern erfolgt eng. Bundeslandwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) hat Forderungen nach einer pauschalen Stallpflicht für Geflügel in Nordrhein-Westfalen vorerst abgelehnt. Ihre Entscheidung begründet sie mit Tierschutzbedenken: Würde man Freilandgeflügel zwangsweise in Ställe verbringen, entstünde für die Tiere unnötiger Stress. Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft hingegen drängt auf eine bundesweite Stallpflicht und betrachtet diese als eine der wichtigsten Maßnahmen für die Politik. Ein generelles Verbot des Auslaufs würde jedoch besonders kleine Betriebe vor erhebliche finanzielle Herausforderungen stellen. Das Bundeslandwirtschaftsministerium betont, dass die Verantwortung für die Tierseuchenbekämpfung bei den Ländern liege und Entscheidungen aufgrund unterschiedlicher regionaler Bedingungen sorgfältig abgewogen werden müssten. Aktuell gibt es in Deutschland keine flächendeckende Stallpflicht für Geflügel. Das Ministerium fördert länderspezifische Risikobewertungen und stellt dabei das Tierwohl sowie regionale Besonderheiten in den Vordergrund. Während der Geflügelverband eine bundesweite Regelung fordert, äußern kleine Betriebe finanzielle Bedenken. Das Ministerium unterstreicht die Eigenverantwortung der Länder in der Seuchenprävention – unter Berücksichtigung der jeweiligen örtlichen Gegebenheiten.
