09 February 2026, 18:26

Deutschlands neuer Kapazitätsmarkt soll Stromversorgung bis 2027 sichern – doch Gaspreise bleiben unberechenbar

Ein Diagramm, das den primären Energieverbrauch nach Brennstoff von 1980 bis 2040 zeigt, unterteilt in vier Abschnitte, die verschiedene Brennstoffquellen darstellen, wobei jeder Abschnitt in Prozent angegeben ist.

Deutschlands neuer Kapazitätsmarkt soll Stromversorgung bis 2027 sichern – doch Gaspreise bleiben unberechenbar

Europas Energiesektor steht vor tiefgreifenden Veränderungen, da Deutschland bis 2027 einen neuen Kapazitätsmarkt einführen will. Mit dieser Maßnahme sollen die Stromversorgung gesichert und das sogenannte "Missing-Money"-Problem gelöst werden. Unterdessen bleiben die Gaspreise volatil – aktuelle Steigerungen sind auf Kältewellen und niedrige Speicherstände zurückzuführen.

Auf der E-world, Europas größter Energiefachmesse, treffen sich kommende Woche Branchenführer, um über diese Entwicklungen zu diskutieren. Die Veranstaltung in Essen (10. bis 12. Februar) bringt über 900 Akteure aus der Energie- und Wasserwirtschaft zusammen.

Die Gasmärkte verzeichneten zu Beginn des Jahres 2026 deutliche Schwankungen. Am niederländischen Handelsplatz TTF liegt der Preis derzeit bei etwa 33 €/MWh43 % niedriger als im Vorjahreszeitraum. Doch Kälteeinbrüche und unterdurchschnittlich gefüllte Speicher (nur 48–55 % statt des Fünfjahresdurchschnitts von 63 %) trieben die Preise im Januar in die Höhe, ähnlich wie bereits Anfang 2024. Experten prognostizieren nun ein Überangebot bis zum Sommer 2026, mit einem durchschnittlichen TTF-Preis von 28 €/MWh.

Auch die CO₂-Preise stehen im Fokus. Die Notierungen für EU-Emissionszertifikate (EUA) sollen 2026 im Schnitt 85 € pro Tonne erreichen – angetrieben durch strengere Klimavorgaben und weniger kostenlose Zuteilungen. Dies könnte Kraftwerksbetreiber und die Schwerindustrie unter Druck setzen.

Deutschlands geplanter Kapazitätsmarkt soll Versorgern und thermischen Kraftwerken stabilere Einnahmen bieten. Erneuerbare-Energien-Projektierer können ihre Wirtschaftlichkeit steigern, indem sie ihre Anlagen mit steuerbaren Assets wie Batteriespeichern oder Pumpspeicherkraftwerken kombinieren. Solche Speicherlösungen erzielen Erträge aus mehreren Quellen: Strompreisarbitrage, Netzdienstleistungen und Kapazitätszahlungen.

Auf der E-world präsentieren die Analysten Joel Hancock und Jean-Louis Malon Sonderberichte zu Gasmarkt-Trends und der deutschen Stromwirtschaft. Die Teilnehmer erwarten Marktanalysen und Strategiediskussionen für die sich wandelnde Energielandschaft.

Der neue Kapazitätsmarkt zielt darauf ab, die Versorgungssicherheit in Deutschland zu stärken und gleichzeitig die Integration erneuerbarer Energien zu fördern. Speicherbetreiber und thermische Erzeuger profitieren von planbareren Einnahmen. Angesichts sinkender Gaspreise und steigender CO₂-Kosten steht der Sektor in den kommenden Jahren vor Herausforderungen – aber auch vor neuen Chancen.

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