Dortmunder Apothekerin schließt nach jahrelangem Existenzkampf ihre Filiale
Jakob BauerDortmunder Apothekerin schließt nach jahrelangem Existenzkampf ihre Filiale
Wafaa Choukrane, Apothekerin in Dortmund, schließt nach Jahren des finanziellen Kampfes ihre Wasserburg-Filiale
Die 34-jährige Apothekerin Wafaa Choukrane hat ihre Filiale in Dortmund-Wasserburg nach jahrelangen wirtschaftlichen Schwierigkeiten geschlossen. Steigende Kosten, Personalmangel und unmenschliche Arbeitszeiten machten es unmöglich, die Apotheke weiterzuführen. Trotz aller Bemühungen konnten die Ausgaben nicht mehr gedeckt werden.
Vor einem Jahr hatte Choukrane zwei weitere Apotheken von Frank Grote übernommen – eine zusätzliche Belastung zu ihrem bestehenden Arbeitspensum. Die Leitung von drei Standorten gleichzeitig trieb sie an ihre Grenzen: Oft arbeitete sie 72-Stunden-Schichten ohne Pause, Urlaub war nicht möglich. Als die Verluste stiegen, wurde die Situation unhaltbar.
Die Wasserburg-Apotheke kämpfte mit mehreren Problemen: explodierende Stromkosten, rückläufige Kundenzahlen und ein massiver Personalmangel. Besonders belastend waren die Notdienste – die Mitarbeiter verloren die Motivation, und Ersatzkräfte waren kaum zu finden. Um die Patientenversorgung aufrechtzuerhalten, verband Choukrane den Betrieb mit der nur 500 Meter entfernten Ardey-Apotheke.
Nun fordert sie politische Maßnahmen, um unabhängige Apotheken zu retten. Höhere Erstattungssätze seien dringend nötig, um die steigenden Personalkosten zu decken und die Existenz kleiner Betriebe zu sichern, betont sie. Ohne Veränderungen werde es weitere Schließungen geben.
Für die Zukunft plant Choukrane, die Erreichbarkeit ihrer verbleibenden Standorte zu verbessern. Derzeit werden Gespräche über zusätzliche Parkplätze für Kunden geführt.
Die Schließung der Wasserburg-Apotheke bedeutet für Choukrane das Ende eines schwierigen Kapitels. Finanzielle Engpässe und unerträgliche Arbeitsbedingungen ließen ihr keine Wahl. Ihr Fokus liegt nun darauf, die Zukunft ihrer anderen Filialen zu sichern – und gleichzeitig auf mehr Unterstützung für kleine Apotheken zu drängen.
