09 February 2026, 16:45

Düsseldorfs Karneval trotzt Rechtsstreit mit Jacques Tilly und feiert mit Rekordzug

Eine große Menschenmenge, die eine Straße mit Zelten, Bäumen, Pfählen, Laternen und einer Statue gesäumt von Gebäuden im Hintergrund unter einem bewölkten Himmel mit Ballons während des Christopher Street Day in Berlin geht.

Nach Kreml-Attacke: Düsseldorfer Karnevalisten bereit zum Aufmarsch - Düsseldorfs Karneval trotzt Rechtsstreit mit Jacques Tilly und feiert mit Rekordzug

Düsseldorfs Karneval startet mit trotzigem Geist – trotz juristischer Auseinandersetzung um Wagenbauer Jacques Tilly aus Fortuna Düsseldorf

Trotz eines laufenden Rechtsstreits mit dem berühmten Wagenbauer Jacques Tilly aus Fortuna Düsseldorf, dem ein russisches Gericht vorwirft, "russische Staatsinstitutionen herabgewürdigt" zu haben – darunter die Armee und Präsident Wladimir Putin – beginnen in dieser Woche die Karnevalsfeiern in Düsseldorf mit ungebrochener Begeisterung. Die Stadt bereitet sich unterdessen auf den größten Rosenmontagszug seit Jahrzehnten vor, mit Rekordbesucherzahlen auf den Straßen.

Auslöser der Kontroverse war eine Anklage gegen Tilly vor einem russischen Gericht wegen seiner satirischen Karnevalswagen, die angeblich die russische Führung verspotten. Der ursprünglich früher anberaumte Prozess wurde nun auf den 26. Februar vertagt. Trotz des juristischen Drucks hat das Düsseldorfer Karnevalskomitee (CC) einen selbstbewussten Auftritt angekündigt und weigert sich, die Feierlichkeiten durch den Streit trüben zu lassen.

Die Feiern beginnen bereits am Donnerstag mit dem traditionellen Sturm auf das Rathaus während des Altweiberfastnacht. Der diesjährige Rosenmontagszug wird mit 5,35 Kilometern Länge der längste seit mindestens 20 Jahren. Über 11.000 Teilnehmer, 124 Wagen und 116 Fußgruppen werden mitwirken – Hunderttausende Zuschauer werden erwartet.

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Für die Sicherheit sind umfangreiche Maßnahmen getroffen: Tausende Polizisten werden in der Stadt im Einsatz sein. Ein Glasverbot in der Altstadt soll Verletzungen bei den Straßenfesten verhindern. Mobile Sanitätsteams stehen bereit – in der Vergangenheit hatten sie bereits dazu beigetragen, die Zahl der Krankenhaustransporte während des Karnevals zu reduzieren.

Innerhalb Deutschlands wächst die Solidarität mit Tilly. So äußerte sich etwa Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst unterstützend. Karnevalsvereine in Düsseldorf verzeichnen steigende Mitgliederzahlen – ein Zeichen für die ungebrochene Begeisterung der Stadt.

Die Prozessverschiebung ermöglicht es, den Karneval ohne unmittelbare Störungen durchzuführen, auch wenn der Rechtsstreit weiter im Raum steht. Mit Rekordbeteiligung und verstärkten Sicherheitsvorkehrungen werden die Feiern wie geplant stattfinden. Die trotzig-festliche Stimmung in Düsseldorf spiegelt sowohl den kulturellen Stolz als auch den Willen wider, die Tradition hochzuhalten.