26 January 2026, 16:32

EU und Indien nehmen Handelsgespräche nach neun Jahren wieder auf – was jetzt auf dem Spiel steht

Eine detaillierte Karte Indiens von 1498 bis 1739, die europäische Siedlungen mit Text und Zahlen, Länder, Grenzen, wichtige Städte und Gewässer zeigt.

EU und Indien nehmen Handelsgespräche nach neun Jahren wieder auf – was jetzt auf dem Spiel steht

Die Handelsgespräche zwischen der EU und Indien sind nach einer neunjährigen Pause wiederaufgenommen worden. Maroš Šefčovič führt die Verhandlungen nun als Chefunterhändler der EU an. Beide Seiten streben ein Abkommen an, das die Handelsströme neu gestalten könnte – doch es werden Kompromisse nötig sein, um Chancen und Herausforderungen in Einklang zu bringen.

Die EU und Indien hatten die Handelsgespräche bereits vor Jahren aufgenommen, sie dann aber 2013 unterbrochen. 2022 wurden die Verhandlungen wiederaufgenommen, mit Šefčovič an der Spitze der aktuellen Runde. Für beide Volkswirtschaften geht es um viel.

Für die EU bietet Indien die Möglichkeit, ihre Handelsbeziehungen unabhängiger von China zu gestalten. Die deutschen Exporte nach Indien sind seit 2019 bereits um fast 40 Prozent gestiegen, während die Lieferungen nach China im gleichen Zeitraum um etwa 15 Prozent zurückgingen. Besonders Maschinenbau- und Elektronikunternehmen in Deutschland sehen in Indien eine Chance, ihre Abhängigkeit von chinesischen Importen zu verringern. Die EU drängt auf besseren Marktzugang in Indien, vor allem für Autos und andere hochwertige Güter. Gleichzeitig will sie Stahlimporte aus Indien begrenzen, um die eigene Industrie zu schützen. Das Thema Landwirtschaft wird jedoch voraussichtlich ausgeklammert bleiben, da sich beide Seiten bei Standards und Zöllen nicht einigen können.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Auch Indien hat eigene Bedenken: Die geplante CO₂-Grenzsteuer der EU, die emissionsintensive Importe bestrafen soll, stößt in Neu-Delhi auf massive Skepsis. Gleichzeitig könnte Indiens boomender IT-Sektor Europa eine Alternative zur Dominanz amerikanischer Technologiekonzerne bieten.

Ein endgültiges Abkommen würde von beiden Seiten Zugeständnisse erfordern. Gelingt der Deal, könnte er deutschen Exporteuren neue Chancen eröffnen und die europäische Abhängigkeit von China verringern. Der Ausgang der Verhandlungen hängt davon ab, wie jede Seite ihre wirtschaftlichen Prioritäten mit der Notwendigkeit zu Kompromissen in Einklang bringt.