27 February 2026, 10:14

Evonik nutzt US-Zölle gegen China als Chance für weniger Konkurrenz

Ein Schwarz-Weiß-Foto einer Box mit der Aufschrift "Hindenburg-Wiche, Deutschland" mit einer Karte im Hintergrund.

Evonik nutzt US-Zölle gegen China als Chance für weniger Konkurrenz

Evonik könnte von US-Zöllen auf chinesische Importe profitieren

Der deutsche Chemiekonzern Evonik Industries könnte durch die US-Zölle auf Einfuhren aus China einen unerwarteten Vorteil erzielen. Das Unternehmen könnte in wichtigen Märkten weniger Konkurrenz ausgesetzt sein und gleichzeitig Wege prüfen, um die entstandenen Kosten auszugleichen. Die jüngsten Handelspolitikmaßnahmen haben die Position des Konzerns in Nordamerika neu geformt.

Zwischen 2018 und 2025 verhängten die USA im Rahmen von Section 301 Zölle auf eine Reihe chinesischer Chemikalien. Dazu gehörten eine Abgabe von 25 Prozent auf organische Chemikalien wie Methacrylsäure (Listen 1–3) sowie Zölle zwischen 7,5 und 25 Prozent auf Produkte der Liste 4A. Betroffen waren unter anderem Evoniks Spezialchemikalien, Vorprodukte für Beschichtungen und Futtermittelzusätze – was das Unternehmen schätzungsweise 20 bis 30 Millionen Euro pro Jahr kostet.

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Trotz der finanziellen Belastung bleibt Evoniks Betroffenheit begrenzt. Viele der benötigten Chemikalien stellt das Unternehmen bereits vor Ort in den USA her, was die Abhängigkeit von Importen verringert. Diese lokale Produktion schützt Evonik zudem vor einigen der strengeren Handelsbeschränkungen.

Nun prüft der Konzern Möglichkeiten, die Verluste teilweise auszugleichen. Insider zufolge könnte Evonik Entschädigungsforderungen in zweistelligem Millionenbereich geltend machen. Gleichzeitig bekräftigt das Unternehmen seine Unterstützung für offene Märkte und freihändlerische Prinzipien.

Die Zölle haben für Evonik ambivalente Folgen: Einerseits verursachen sie zusätzliche Kosten, andererseits könnte das Unternehmen von einem Rückgang der chinesischen Konkurrenz auf dem US-Markt profitieren. Ob und in welchem Umfang Entschädigungsansprüche durchsetzbar sind, hängt von weiteren rechtlichen und handelspolitischen Entwicklungen ab.