12 December 2025, 22:59

Fördergeld-Debatte: Wie Reiche und zu Guttenberg die Medien spalten

Ein Screenshot einer Facebook-Seite mit sechs Profilfotos von Männern und Frauen oben sowie Zitaten und Text auf der linken Seite.

Fördergeld-Debatte: Wie Reiche und zu Guttenberg die Medien spalten

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Teaser: Wenn eine Ministerin den eigenen Partner mit Staatsgeldern fördert, ist das noch lange kein Skandal, findet nd-Kolumnist Andreas Koristka. Deutschland hat ohnehin so wenige Promi-Paare – da sollte man sie nicht vertreiben.

11. Dezember 2025, 07:19 Uhr

Wirtschaftsministerin Katharina Reiche und der ehemalige Politiker Karl-Theodor zu Guttenberg stehen im Mittelpunkt einer Fördergeld-Debatte. Medienberichten zufolge soll ein Unternehmen mit Verbindungen zu zu Guttenberg Subventionen in Höhe von 290.000 Euro aus Reiches Ministerium erhalten haben. Die Geschichte wirft Fragen auf, wie kritisch die Medien über die Beziehung des Paares berichten sollten.

Auslöser der Kontroverse war ein Bericht des Spiegel, wonach eine Firma, an der zu Guttenberg mit einem Prozent beteiligt sein soll, 290.000 Euro staatliche Förderung erhalten habe – sein Anteil läge demnach bei 2.900 Euro. Zu Guttenberg wies die Vorwürfe umgehend als "abwegig" zurück und beteuerte, weder von einem Antrag noch von einer Bewilligung gewusst zu haben.

Bisher gibt es keine öffentlich einsehbaren Belege für die Existenz des Unternehmens oder die Auszahlung der Gelder. Dennoch fand die Geschichte Verbreitung und löste Kritik aus. Unter den Kommentatoren meldete sich auch der Journalist Andreas Koristka zu Wort, der für nd.DieWoche die alle zwei Wochen erscheinende Kolumne Betreutes Lesen schreibt. Er argumentierte, Deutschland habe ohnehin nur wenige prominente Paare – statt sie unter die Lupe zu nehmen, solle man sie feiern.

Koristka regte an, die Debatte von den Fördergeld-Vorwürfen wegzulenken und stattdessen den menschlichen Aspekt der Beziehung in den Vordergrund zu stellen – etwa, wie das Paar den Alltag meistert. Die Diskussion, ob Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens Anspruch auf Privatsphäre haben oder ob finanzielle Verflechtungen genauer geprüft werden müssen, hält derweil an.

Der Subventionsbericht bleibt unverifiziert: Weder das Unternehmen noch die Zahlungen sind nachweisbar. Zu Guttenbergs Dementi und das Fehlen von Belegen lassen die Angelegenheit weiter offen. Die Frage, wie die Medien mit dem Paar umgehen sollten, bleibt indes aktuell.