01 January 2026, 10:35

Frankfurts „Ginnheimer Spargel“ bleibt verwaist – wer rettet den legendären Fernsehturm?

Ein eingestürztes Gebäude mit einem klaren Himmel darüber.

Frankfurts „Ginnheimer Spargel“ bleibt verwaist – wer rettet den legendären Fernsehturm?

Frankfurts ikonischer "Ginnheimer Spargel" bleibt seit 1999 geschlossen

Obwohl der Fernsehturm einst mit seinem Drehrestaurant und einer Diskothek ein beliebtes Ausflugsziel war, steht das 338 Meter hohe Bauwerk nun vor einer ungewissen Zukunft – Streitigkeiten über die Finanzierung blockieren jede Chance auf eine Wiedereröffnung.

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Ursprünglich war der Turm einer von vielen in Deutschland, die Telekommunikation mit öffentlichen Attraktionen verbanden. Aussichtsplattformen, Restaurants und Nachtclubs machten diese Türme einst populär, doch strengere Sicherheitsvorschriften und hohe Instandhaltungskosten zwangen die meisten zur Schließung. Heute sind nur noch vier Fernsehtürme für Besucher geöffnet: der Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz, der Düsseldorfer Rheinturm, der Dortmunder Florianturm und der Stuttgarter Fernsehturm auf dem Frauenkopf.

Laut einer Machbarkeitsstudie würde die Sanierung des "Ginnheimer Spargels" rund 50 Millionen Euro kosten. Die Bundesregierung hatte angeboten, die Hälfte der Kosten zu übernehmen, wenn sich das Land Hessen und die Stadt Frankfurt die restliche Summe teilen. Doch eine Einigung blieb aus, und das Bundesangebot läuft Ende 2025 aus. Ohne Lösung geht die DFMG, die den Turm im Auftrag der Deutschen Telekom verwaltet, davon aus, dass er geschlossen bleibt. Während in Hamburg und Dresden Bundesgelder die Wiedereröffnung vorantrieben, steckt Frankfurts Europaturm in einer Pattsituation fest – blockiert durch die 49 Millionen Euro teure Sanierungsrechnung.

Hinzu kommt, dass die moderne Rundfunkübertragung zunehmend auf Glasfaserkabel und Satelliten setzt, sodass der Turm keine zahlenden Mieter oder Einnahmen mehr generiert. Die DFMG, die zahlreiche deutsche Telekommunikationstürme betreibt, hat zwar unter dem Namen GD Towers Investoren ins Boot geholt – doch ohne Finanzierungslösung dürfte Frankfurts Wahrzeichen weiter gesperrt bleiben.

Das Schicksal des "Ginnheimer Spargels" hängt nun davon ab, ob Frankfurt und Hessen ihre finanziellen Differenzen bis zum Ablauf der Bundesförderung beilegen können. Gelingt das nicht, wird das Bauwerk voraussichtlich geschlossen bleiben – und reiht sich damit in die wachsende Liste deutscher Fernsehtürme ein, die ihre öffentliche Funktion verloren haben.