Frau soll Finanznetzwerk für inhaftierte IS-Mitglieder aufgebaut haben
Jakob BauerAufrufe für inhaftierte IS-Mitglieder: Deutscher Sympathisant angeklagt - Frau soll Finanznetzwerk für inhaftierte IS-Mitglieder aufgebaut haben
Deutsche Bundesanwälte haben die deutsche Staatsbürgerin Nadine D. angeklagt, ein Finanzhilfenetzwerk für inhaftierte Mitglieder der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) betrieben zu haben. Die Initiative, die mindestens seit 2019 aktiv sein soll, habe Spenden in Höhe von knapp 15.000 Euro gesammelt, um Gefangene und deren Angehörige zu unterstützen. Den Behörden zufolge wird ihr vorgeworfen, einer ausländischen terroristischen Vereinigung materielle Unterstützung zukommen zu lassen.
Nadine D. war im September in Düsseldorf festgenommen worden und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Die Anklage wirft ihr vor, über mehrere Online-Profile gezielt Gelder eingeworben und Sympathisanten zur Unterstützung aufzurufen. Neben finanzieller Hilfe soll sie zudem dazu aufgerufen haben, Solidaritätsbriefe an inhaftierte IS-Anhänger zu schicken.
Die eingeworbenen Mittel in Höhe von rund 15.000 Euro flossen laut Ermittlern an Gefangene oder deren Familienangehörige. Während sich der aktuelle Fall auf die Aktivitäten von Nadine D. konzentriert, bleibt unklar, wie viele ähnliche Ermittlungsverfahren es in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren gegeben hat. Öffentliche Statistiken erfassen nicht systematisch, wie viele Personen wegen finanzieller oder ideologischer Unterstützung ausländischer Terrorgruppen angeklagt wurden.
Die Vorwürfe gegen Nadine D. unterstreichen die anhaltenden Bemühungen der Behörden, Finanzierungsnetzwerke mit Bezügen zu extremistischen Gruppen zu zerschlagen. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht der mutmaßliche Transfer von Geldmitteln und moralischer Unterstützung an inhaftierte IS-Sympathisanten. Über die Berechtigung der Anklage wird nun im Rahmen des Gerichtsverfahrens entschieden.
