Gemeinschaftsverband findet Kommunen schlecht auf Cyberangriffe vorbereitet
Johanna AlbrechtGemeinschaftsverband findet Kommunen schlecht auf Cyberangriffe vorbereitet
Kommunen schlecht gegen Cyberangriffe gewappnet – Verband schlägt Alarm
Teaser: Der Präsident des Städte- und Gemeindebundes NRW, Kamp-Lintforts Bürgermeister Christoph Landscheidt (SPD), warnt vor gravierenden digitalen Sicherheitslücken in den Kommunen.
22. Dezember 2025, 07:21 Uhr
Ein massiver Cyberangriff hat die IT-Systeme von über 70 Städten, Gemeinden und Kreisen in Nordrhein-Westfalen lahmgelegt. Der Vorfall legte zentrale Verwaltungsdienste still und stellt die Kommunalverwaltungen vor enorme Herausforderungen bei der Wiederherstellung. Experten warnen, dass solche Angriffe häufiger – und gefährlicher für die öffentliche Infrastruktur – werden.
Betroffen waren 126 Stadt-, Kreis- oder Gemeindeverwaltungen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Viele Dienstleistungen brachen zusammen, als die IT-Systeme ausfielen, und Mitarbeiter mussten auf manuelle Abläufe ausweichen. Christoph Landscheidt, Bürgermeister von Kamp-Lintfort und Präsident des Städte- und Gemeindebundes NRW, sprach von einem „Wettrüsten“ zwischen Angreifern und Verteidigern.
Landscheidt nannte die Zunahme von Homeoffice als einen zentralen Faktor, der Kommunen anfälliger mache. Da immer mehr Beschäftigte von außerhalb gesicherter Netze auf die Systeme zugreifen, fanden Hacker leichteres Spiel. Zudem warnte er vor Risiken ausländischer Sabotage, etwa durch Drohnenangriffe auf kritische Infrastruktur. Als Beispiel für die Bedrohungslage verwies er auf einen jüngsten Cyberangriff in Westfalen, der zeige, wie verwundbar lokale Behörden seien. Der Vorfall habe demonstriert, wie schnell digitale Störungen essenzielle Dienstleistungen – von der Steuerbearbeitung bis zur Koordination von Notfalleinsätzen – zum Erliegen bringen können.
Der Angriff hat tiefe Schwächen in der digitalen Abwehr der Kommunen offenbart. Die Behörden stehen nun unter Druck, ihre Cybersicherheitsmaßnahmen zu verstärken, bevor es zum nächsten Vorfall kommt. Ohne dringende Nachbesserungen befürchten Experten weitere Störungen – oder sogar physische Sabotageakte.
