Gezielte Angriffe auf Kirchen erschüttern Nordrhein-Westfalen seit Jahren
Johanna AlbrechtAnti-Christianische Gewalt: Meistens deutsche Verdächtige - Gezielte Angriffe auf Kirchen erschüttern Nordrhein-Westfalen seit Jahren
In den vergangenen Jahren hat eine Welle gezielter Angriffe auf Kirchen und religiöse Stätten Nordrhein-Westfalen erschüttert. Zwischen 2017 und 2025 wurden nach Polizeidaten mindestens 150 Gotteshäuser durch Vandalismus, Brandstiftung oder Entweihung beschädigt. Die katholische Kirche zeigt sich nun besorgt über die steigende Zahl der Vorfälle, zu denen auch enthauptete Statuen und Kot in Weihwasserbecken zählen.
Laut offiziellen Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA) gab es seit 2017 in der Region 279 Straftaten mit antichristlicher Motivation. Besonders betroffen waren die Jahre 2022 mit über 40 registrierten Fällen und 2024 mit etwa 35 Vorfällen. Städte wie Köln, Düsseldorf und Dortmund verzeichneten die höchsten Angriffszahlen.
Die Behörden konnten insgesamt 82 Tatverdächtige ermitteln, von denen sechs festgenommen wurden. Fast die Hälfte der Beschuldigten – 47 Personen – besaß die deutsche Staatsbürgerschaft. Die Ermittlungen ergaben, dass 41 Täter von religiösen Ideologien angetrieben wurden, während 18 von ausländischen extremistischen Überzeugungen beeinflusst waren. Rechtsextreme und linksextreme Motive lagen in 14 bzw. 4 Fällen vor.
Die jährliche Zahl der Straftaten schwankte, erreichte 2025 mit 45 Fällen einen Höhepunkt und sank 2017 auf 32. Trotz dieser Schwankungen ließ sich über den Achtjahreszeitraum weder ein klarer Anstieg noch ein Rückgang erkennen.
Durch die Angriffe wurden mindestens 150 Kirchen und religiöse Einrichtungen beschädigt oder zerstört. Die Polizei beobachtet die Lage weiterhin, während die katholische Kirche verstärkten Schutz für sakrale Räume fordert. Die Behörden betonen die Notwendigkeit, wachsam gegenüber extremistischen Hintergründen der Vandalismusfälle zu bleiben.
