Gottesdienst im Bierzelte: Die stille Seite des Münchner Oktoberfests 2025
Johanna AlbrechtGottesdienst im Bierzelte: Die stille Seite des Münchner Oktoberfests 2025
Wenn der Pfarrer ins Bierzelte ruft
Teaser: Sascha Ellinghaus ist Seelsorger für Schausteller in Deutschland und reist von einem Volksfest zum nächsten. Eine Tour über das Münchner Oktoberfest.
2. Oktober 2025, 10:49 Uhr
Jedes Jahr findet auf dem Münchner Oktoberfest eine ungewöhnliche Tradition statt: ein Gottesdienst im Marstall-Zelt. Während der ersten Festwoche abgehalten, bietet die Veranstaltung einen seltenen Kontrast zu den belebten Bierhallen und Fahrgeschäften. Sie zeigt eine Seite der Wiesn, die nur wenige Besucher jemals zu Gesicht bekommen.
Der Gottesdienst findet in einem der größten Festzelte statt, wo die Tische zur Seite geschoben werden, um Platz zu schaffen. Statt Maßkrüge und Brezeln wird ein goldener Kelch unter sechs Männern weitergereicht, die alle aus demselben Gefäß Wein trinken. Pfarrer Christoph Guffler von der Propstei München-Freising führt die kleine Gemeinde im Gesang an, etwa mit „Lobt den Herren“ und spricht das Vaterunser über ein Mikrofon.
Der Wiesn-Gottesdienst bleibt ein kleines, aber beständiges Stück Oktoberfest-Tradition. Jahr für Jahr versammelt er eine Handvoll Gläubige in einem Zelt, das eigentlich dem Feiern gewidmet ist. Die Veranstaltung erinnert an die tieferen Wurzeln des Festes in der bayerischen Kultur.
