02 February 2026, 20:31

Großhandelsriese Noweda diskutiert mit Minister Laumann über die Zukunft der Apothekenversorgung

Eine Apotheke an einer Straßenecke mit Glaswänden und Türen, Plakate an den Wänden und eine Straße davor.

Großhandelsriese Noweda diskutiert mit Minister Laumann über die Zukunft der Apothekenversorgung

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat kürzlich den Essener Standort von Noweda besucht, einem der größten pharmazeutischen Großhandelslager Europas. Der Besuch lenkte den Blick auf die Herausforderungen, vor denen Apotheken und Arzneimittelgroßhändler stehen – im Mittelpunkt der Gespräche standen Finanzierung, Logistik und die Zukunft der Apothekendienstleistungen.

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Während des Termins begutachteten Minister Laumann und Nowedas Geschäftsführer Dr. Michael Kuck die Essener Anlage, die täglich rund 1.000 Apotheken beliefert. Die Dimensionen des Lagers verdeutlichten die Komplexität der Arzneimittelverteilung in Deutschland.

Ein zentrales Thema war die feste Apothekengebühr (Apothekenfixum). Laumann, Kuck und Udo Harneit, Vertriebsleiter bei Noweda, waren sich einig, dass die aktuellen verhandlungsbasierten Vorschläge erhebliche Hürden schaffen. Als mögliche Lösung schlug Laumann vor, ein selbst ausgehandeltes Versorgungsentgelt in das Sozialgesetzbuch V (SGB V) aufzunehmen.

Kritik gab es auch am Entwurf des Apothekenbetriebs- und Versorgungsgesetzes (ApoVWG). Dr. Kuck argumentierte, dass die geplanten Gebührenanpassungen die finanziellen Bedürfnisse der Apotheken nicht abdecken. Sowohl er als auch Laumann lehnten das Modell einer "abgespeckten Apotheke" ab und betonten, dass Vollsortiment-Apotheken unverzichtbar bleiben.

Die Diskussion umfasste zudem die wachsenden Aufgaben von Apotheken, etwa Impfungen, Diagnostik und die Versorgung mit Hilfsmitteln – oft über Plattformen wie IhreApotheken.de angeboten. Diese Leistungen erweitern das Aufgabenspektrum des Sektors, erfordern aber eine angemessene Finanzierung, um nachhaltig tragbar zu sein.

Das Treffen endete mit der gemeinsamen Anerkennung der zentralen Rolle von Apotheken im Gesundheitswesen. Nowedas Betrieb veranschaulichte den Umfang der pharmazeutischen Logistik, während die Gespräche die ungelösten Finanzierungsfragen aufzeigten. Weitere Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband werden zeigen, wie diese Herausforderungen in künftigen Gesetzesvorhaben angegangen werden.