Grüne empören sich über nächtliche Deutschlandflaggen-Aktion in Solingen
Jakob BauerGrüne empören sich über nächtliche Deutschlandflaggen-Aktion in Solingen
Grüne kritisieren Flaggen-Aktion an der Neuenkamper Straße
Solingen – Die Grünen-Fraktion im Solinger Stadtrat sowie der Ortsverband Burg/Höhscheid haben die Anbringung mehrerer Deutschlandflaggen entlang der Neuenhofer und Neuenkamper Straße scharf verurteilt. Die Flaggen waren offenbar in der Nacht von Samstag auf Sonntag an Laternenmasten befestigt worden und erstrecken sich über eine längere Strecke – auch in der Nähe der neu errichteten Flüchtlingsunterkunft.
Dutzende Deutschlandflaggen über Nacht in Solingen aufgehängt – Politik zeigt sich empört
Entlang zweier Hauptstraßen in Solingen sind über Nacht Dutzende Deutschlandflaggen erschienen – und stoßen bei lokalen Politikern auf Kritik. Die an Laternenmasten angebrachten Fahnen säumen seit Sonntagmorgen eine Route, die an einer kürzlich eröffneten Flüchtlingsunterkunft vorbeiführt. Wer sie dort platziert hat, ist noch unklar.
Die Flaggen reichen über weite Abschnitte der Neuenhofer und Neuenkamper Straße. Ihr plötzliches Auftauchen fällt mit der Inbetriebnahme einer neuen Unterkunft für Geflüchtete in der Nähe zusammen. Bisher hat sich niemand zu der Aktion bekannt.
Die Solinger Grünen verurteilen die Flaggen als gezielte Provokation. Sowohl die Stadtratsfraktion als auch der Ortsverband Burg/Höhscheid werfen den unbekannten Akteuren vor, das nationale Symbol für eine ausgrenzende Botschaft zu missbrauchen. Die Farben der Deutschlandflagge stünden für Vielfalt, Toleranz und Menschenwürde – nicht für Einschüchterung, betonen sie.
In einer Stellungnahme unterstreichen die Grünen, dass Burg/Höhscheid seit jeher ein Stadtteil sei, der von Respekt und Solidarität geprägt werde. Jeder Mensch, unabhängig von Herkunft oder Aufenthaltsstatus, solle sich hier willkommen fühlen. Die Flaggen seien nicht als harmlose Bekundung von Patriotismus aufgehängt worden, sondern als bewusste Einschüchterung von Geflüchteten, so die Partei.
Die Fahnen hängen vorerst weiter – ihre Herkunft bleibt rätselhaft. Die lokalen Grünen fordern ihre Entfernung und bewerten die Aktion als Missbrauch nationaler Symbole. Die Debatte spiegelt die anhaltenden Spannungen rund um die Unterbringung von Geflüchteten in der Region wider.
