Grüner Wasserstoff in Deutschland: 10 Gigawatt bis 2030 – doch die Finanzierung stockt
Jakob BauerGrüner Wasserstoff in Deutschland: 10 Gigawatt bis 2030 – doch die Finanzierung stockt
Deutschlands grüner Wasserstoffsektor steht vor rasantem Wachstum – und großen Hürden
Die aktuelle Elektrolyseur-Kapazität liegt bei 181 Megawatt, doch ehrgeizige Pläne sehen bis 2030 eine Steigerung auf 10 Gigawatt vor. Doch viele Projektentwickler kämpfen darum, die notwendigen Mittel zu beschaffen, um ihre Vorhaben in die Tat umzusetzen.
Die deutsche Bundesregierung sowie die EU haben über 100 Milliarden Euro für die Defossilisierung der Industrie zugesagt, darunter auch für die Elektrolyse zur Herstellung von grünem Wasserstoff. Nationale Förderprogramme wie Ausschreibungen im Volumen von mehreren Hundert Millionen Euro – 800 Millionen in der ersten und 1,2 Milliarden in der zweiten Runde – sollen den Ausbau beschleunigen. Weitere Initiativen auf Landesebene, etwa ein 140-Megawatt-Projekt in Österreich, stärken zusätzlich das 10-Gigawatt-Ziel.
Trotz dieser finanziellen Unterstützung bleiben hohe Investitions- und Betriebskosten eine Barriere. Die geringe Zahlungsbereitschaft der Verbraucher für grünen Wasserstoff verschärft die Lage. Infolgedessen haben erst ein Drittel der für 2026 geplanten 20 Projekte eine endgültige Finanzierung erhalten oder einen Spatenstichtermin festgesetzt.
Weitere Elektrolyseur-Projekte mit einer Leistung von 1,3 Gigawatt befinden sich entweder im Bau oder verfügen über gesicherte Mittel. Falls alle angekündigten Vorhaben realisiert werden, könnte Deutschlands Kapazität bis 2030 auf 8,7 Gigawatt anwachsen. Doch Verzögerungen halten an – ein klassisches „Henne-Ei-Problem“: Angebot, Nachfrage und Infrastruktur müssen parallel wachsen, doch oft gelingt die Abstimmung nicht.
Bis Ende 2027 könnten bis zu 1,5 Gigawatt Elektrolyseur-Kapazität in Betrieb sein. Doch das Tempo der Expansion hängt davon ab, Finanzierungslücken zu schließen und Marktunsicherheiten zu überwinden.
Die überarbeitete Nationale Wasserstoffstrategie Deutschlands setzt ein klares Ziel: 10 Gigawatt bis 2030. Zwar stehen beträchtliche Mittel bereit, doch die Kluft zwischen angekündigten Projekten und tatsächlichem Fortschritt zeigt die anhaltenden Herausforderungen. Der Erfolg des Sektors wird davon abhängen, finanzielle Engpässe zu lösen und den Ausbau von Angebot, Nachfrage und Infrastruktur besser zu koordinieren.
