09 January 2026, 06:29

Hans-Jochen Wagner kämpft um sein Kreuzberg – und gegen die Gentrifizierung

Eine Stadtansicht mit Gebäuden, Bäumen, Polen, Straßen, Fahrzeugen und Himmel.

Hans-Jochen Wagner kämpft um sein Kreuzberg – und gegen die Gentrifizierung

Hans-Jochen Wagner, bekannt vor allem als Kommissar Friedemann Berg im Tatort, lebt seit fast 25 Jahren in Berlins Kreuzberg. Der Schauspieler, der sein Leben mit der Schauspielerin und Regisseurin Nana Neul teilt, erlebt nun mit, wie sich sein geliebter Kiez unter dem Druck von Gentrifizierung und explodierenden Mieten rasant verändert.

Wagner zog Ende der 1990er-Jahre nach Kreuzberg, angezogen von der Mischung aus Künstlern, Studierenden und Menschen am Rande der Gesellschaft. Seitdem ist er ein bekanntes Gesicht im deutschen Fernsehen – mit Rollen in Krimiserien wie Kommissarin Heller, Polizeiruf 110 und Mord im Norden, bevor er 2017 seine heutige Tatort-Rolle übernahm.

Doch Wagner engagiert sich nicht nur als Schauspieler, sondern auch politisch. Offen unterstützt er Die Linke und die Grünen und betont, wie wichtig aktive Teilhabe für eine gerechtere Gesellschaft ist. Gleichzeitig beobachtet er einen Wandel in Kreuzberg selbst: Immer weniger Menschen engagieren sich im Gemeinwesen, viele ziehen sich in private Räume zurück. Diese Entwicklung beunruhigt ihn. Steigende Kosten und Luxussanierungen verdrängen genau die Vielfalt, die den Kiez einst prägte. Für Wagner ist der Verlust dieses einzigartigen sozialen Gefüges eine direkte Folge der ungebremsten Gentrifizierung.

Wagners Sorgen spiegeln einen größeren Wandel in Berlins Stadtbild wider. Während die Mieten steigen und langjährige Anwohner wegziehen, verblasst der Charakter Kreuzbergs zusehends. Sein eigenes politisches Engagement bleibt – doch der Kiez, den er jahrzehntelang Heimat nannte, ist nicht mehr derselbe.

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