29 March 2026, 16:19

Heino unterstützt suspendierten Feuerwehrmann bei umstrittenem Bad-Belzig-Konzert

Schwarz-weißes Bild einer Gruppe, die mit Fahnen und Transparenten die Straße entlangmarschiert, mit einem Laternenmast links und einem Nazi-Parteischild im Hintergrund.

Heino unterstützt suspendierten Feuerwehrmann bei umstrittenem Bad-Belzig-Konzert

Umstrittenes Konzert in Bad Belzig: Heino solidarisiert sich mit suspendiertem Feuerwehrmann

Am Samstagabend fand in Bad Belzig (Brandenburg) ein umstrittenes Konzert statt. Der 87-jährige deutsche Schlagerstar Heino trat dort auf, um den Feuerwehrmann Richard Mänder zu unterstützen, dem nach dem Abspielen einer verbotenen Strophe der Nationalhymne seine dienstlichen Aufgaben entzogen wurden. Zu der Veranstaltung reisten Feuerwehrleute aus Sachsen und Thüringen an – die Debatte über Nationalismus und Tradition erhielt damit neuen Zündstoff.

Das Konzert folgte auf Mänders Ausschluss aus allen Jury-Funktionen durch den Deutschen Feuerwehrverband. Der Grund: Er hatte bei einer öffentlichen Veranstaltung Heinos Aufnahme des Deutschlandlieds aus den 1970er-Jahren abgespielt – inklusive aller drei Strophen. Seit 1952 ist offiziell nur die dritte Strophe als Nationalhymne anerkannt, eine Entscheidung, die auf Bundeskanzler Konrad Adenauer und Bundespräsident Theodor Heuss nach dem Zweiten Weltkrieg zurückgeht. Die erste Strophe mit der Zeile "Deutschland, Deutschland über alles" bleibt hingegen mit imperialistischen und nationalistischen Strömungen verbunden, darunter auch ihrer Instrumentalisierung während der NS-Zeit.

Mänder wies später jede rechtsextreme Gesinnung von sich und bezeichnete den Vorfall als "Missverständnis". Er bestritt, die alleinige Schuld zu tragen, doch der Feuerwehrverband blieb bei seiner Entscheidung. Unterdessen bestätigte Heinos Manager Helmut Werner, dass das Konzert ausdrücklich als Solidaritätsbekundung mit Mänder organisiert worden sei.

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Das Publikum reagierte begeistert auf Heinos Auftritt, zu dem Titel wie Schwarzbraun ist die Haselnuss und Ostdeutschland, Ostdeutschland gehörten. Auch der umstrittene Song Layla – wegen seiner sexistischen Textzeilen kritisiert – wurde mit großem Applaus bedacht. Lars Schieske, AfD-Bundestagsabgeordneter, war unter den Gästen und beschrieb die Stimmung als "familiär und zusammengehörig".

Die Veranstaltung hat die Diskussion über die historische Belastung der Nationalhymne und ihren Platz im heutigen Deutschland neu entfacht. Mänder bleibt weiterhin von offiziellen Feuerwehraufgaben ausgeschlossen, während die Organisatoren und Teilnehmer das Konzert als Akt des Widerstands deuten. Der Deutsche Feuerwehrverband zeigte bisher keine Anzeichen für eine Kursänderung.

Quelle