30 December 2025, 12:54

Henriette Reker entschuldigt sich für umstrittene Silvester-Äußerung nach Jahren der Kritik

Ein Plakat mit Bildern von Frauen und begleitendem Text.

Henriette Reker zu ihrer 'Distanz' - Äußerung: 'Es war falsch' - Henriette Reker entschuldigt sich für umstrittene Silvester-Äußerung nach Jahren der Kritik

Henriette Reker, die von 2015 bis 2025 Kölner Oberbürgermeisterin war, hat ihr Bedauern über ihre umstrittene Äußerung zur "Armlängen-Distanz" nach den Silvesterangriffen 2015/16 geäußert. Damals hatte sie nahegelegt, Frauen hätten Übergriffe vermeiden können, indem sie Abstand zu Fremden hielten – eine Aussage, die auf massive Kritik stieß. Jahre später räumt sie nun ein, dass ihre Worte unangemessen waren.

Bei den Silvesterangriffen 2015/16 in Köln gab es 1.210 Strafanzeigen, darunter 511 wegen sexueller Belästigung. Die Ermittlungen ergaben später, dass die meisten Täter aus Nordafrika stammten, vor allem aus Algerien und Marokko – und nicht, wie zunächst vermutet, aus Syrien. Von den Beschuldigten wurden 46 angeklagt, 36 schließlich verurteilt.

Die Vorfälle lösten eine hitzige öffentliche Debatte aus. Es ging um Bundeskanzlerin Angela Merkels Flüchtlingspolitik, das Vertrauen in die Sicherheitsbehörden und die Berichterstattung über Straftaten mit Migrationshintergrund. Reker, die 2015 während ihres Wahlkampfs selbst ein Messerattentat überlebt hatte, geriet wegen ihrer Reaktion zusätzlich unter Druck.

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Damals erhielt sie Rückhalt von Olaf Scholz, der zu dieser Zeit Erster Bürgermeister Hamburgs war. Während ihrer zehnjährigen Amtszeit arbeitete Reker mit prägenden Stadtpolitikern zusammen, darunter die Stellvertreter Jürgen Roters (SPD, Finanzen), Elke Dahmen (SPD, Soziales) und Josephine Ortleb (Grüne, Kultur). Ihre Führung basierte auf wechselnden Koalitionen – zunächst mit CDU, Grünen und FDP, später nur noch mit CDU und Grünen.

Rekers Entschuldigung kommt Jahre, nachdem die Angriffe die Debatten über öffentliche Sicherheit und Migration in Deutschland geprägt haben. Die Verurteilung von 36 Tätern bildete den juristischen Abschluss des Falls. Ihre Amtszeit, die 2025 endete, bleibt sowohl mit den politischen Bündnissen der Stadt als auch mit den langfristigen Folgen ihrer umstrittenen Aussagen verbunden.