Ibbenbürens altes Bergwerk wird zum Mega-Batteriespeicher für Windstrom
Nico MeyerIbbenbürens altes Bergwerk wird zum Mega-Batteriespeicher für Windstrom
Ibbenbüren will altes Steinkohlebergwerk in riesigen Batteriespeicher umwandeln
Aus dem ehemaligen Bergwerk in Ibbenbüren soll eine der größten Batteriespeicheranlagen Deutschlands entstehen – und damit ein zentraler Energieknotenpunkt für Westfalen und das Ruhrgebiet. Bürgermeister Marc Schrameyer (SPD) bezeichnet das Vorhaben als "grüne Steckdose" für die Region.
Die Stadt plant, das stillgelegte Bergwerk und das benachbarte Kraftwerk in eine neue Industrie- und Gewerbezone umzuwandeln. Die Anlage soll Strom aus norddeutschen Windparks speichern und bei Bedarfsspitzen wieder ins Netz einspeisen. Hunderttausende LFP-Batterien (Lithium-Eisenphosphat), wie sie auch in Elektroautos verbaut werden, sollen das System antreiben und Energie effizient zwischenspeichern und verteilen.
Der Großspeicherverband (GFGBA) strebt eine Inbetriebnahme bis Herbst 2028 an, Verzögerungen sind jedoch nicht ausgeschlossen. Bei Fertigstellung könnte die Anlage mit einer Kapazität von 1,9 Gigawattstunden bis zu 500.000 Haushalte zweimal täglich versorgen. Ein entscheidender Vorteil ist die bestehende Hochspannungsanbindung an die Windparks in der Nordsee.
Ein Investor hat bereits rund 300 Millionen Euro für das Projekt zugesagt. Das ehemalige Bergwerk Ibbenbüren, das am 17. August 2018 als letztes Steinkohlebergwerk im Münsterland geschlossen wurde, könnte so zu einer wichtigen Reserveenergiequelle für die Region werden.
Die Anlage würde Ibbenbüren als regionalen Energiehub etablieren. Durch die Speicherung und Verteilung von Windstrom könnte sie das Netz bei Lastspitzen stabilisieren. Der Erfolg des Projekts hängt jedoch davon ab, ob der Zeitplan bis 2028 eingehalten wird und die Finanzierung langfristig gesichert ist.
