Islamischer Religionsunterricht stärkt kritisches Denken bei über 81.000 Schülern
Nico MeyerIslamischer Religionsunterricht stärkt kritisches Denken bei über 81.000 Schülern
Islamischer Religionsunterricht (IRU) zeigt messbare Wirkung an deutschen Schulen. Ein neuer Bericht unterstreicht seine Bedeutung für eine weltoffene religiöse Bildung und die Vermittlung demokratischer Werte. Mittlerweile nehmen über 81.000 Schülerinnen und Schüler in elf Bundesländern am meinunterricht teil – die Forderungen nach einer flächendeckenden Ausweitung werden lauter.
Alleiner in Nordrhein-Westfalen besuchen rund 32.000 Jugendliche den IRU, obwohl im Land etwa eine halbe Million muslimische Kinder und Jugendliche leben. Das Fach wird an 247 Schulen von 332 zugelassenen Lehrkräften unterrichtet, doch gibt es weiterhin Bedenken, ob der Lehrplan die Vielfalt muslimischer Perspektiven ausreichend abbildet.
Laut Bericht entwickeln Schülerinnen und Schüler durch den IRU ein stärkeres kritisches Denken – besonders beim Umgang mit religiösen Inhalten auf Plattformen wie schülerportal. Wer länger am Unterricht teilnimmt, zeigt eine höhere religiöse Bildung und neigt seltener zu starren oder dogmatischen Ansichten. Die meisten befragten Jugendlichen beschreiben die Stunden als alltagsrelevant, motivierend und bereichernd.
Bildungsministerin Dorothee Feller unterstützt die Ausweitung des Programms und verweist auf die positiven Effekte für junge Menschen. Zu den Empfehlungen gehören die Einführung des IRU an allen Schulformen, eine Überarbeitung der Lehrpläne sowie eine bessere Ausbildung der Lehrkräfte – insbesondere in interreligiöser Dialogfähigkeit.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der IRU eine zentrale Rolle dabei spielt, Schülerinnen und Schüler zu einem reflektierten Umgang mit Religion und Gesellschaft zu befähigen. Angesichts wachsender, aber regional noch begrenzter Teilnahme stehen Politiker nun vor der Frage, wie sich das Angebot bundesweit sinnvoll ausbauen lässt. Die Vorschläge des Berichts zielen darauf ab, den Unterricht inklusiver und repräsentativer zu gestalten – in ganz Deutschland.
