IW-Chef warnt: SPD-Pläne zur Erbschaftsteuer gefährden deutsche Unternehmen und Arbeitsplätze
Johanna AlbrechtIW-Chef warnt: SPD-Pläne zur Erbschaftsteuer gefährden deutsche Unternehmen und Arbeitsplätze
Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), hat die jüngsten Pläne der SPD zur Erbschaftsteuer scharf kritisiert. Er warnte, die vorgeschlagenen Änderungen könnten Unternehmen und Arbeitsplätze aus Deutschland vertreiben. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Partei die Besteuerung großer Vermögen und Familienbetriebe reformieren will.
Die SPD strebt an, den Freibetrag für kleinere Erbschaften auf etwa eine Million Euro pro Erbe anzuheben. Dem Plan zufolge sollen Familienangehörige auf die ersten 900.000 Euro keine Steuern zahlen, während Dritte bis zu 100.000 Euro steuerfrei vererben könnten. Vermögen und Unternehmen mit einem Wert von über fünf Millionen Euro würden jedoch höher besteuert – die Abgaben könnten dabei über 20 Jahre gestreckt werden, um Familienbetriebe zu entlasten.
Hüther argumentierte, dass die Grenze von fünf Millionen Euro dennoch mittelständische Familienunternehmen hart treffen würde. Die geplante Regelung schwäche Deutschlands Attraktivität als Wirtschaftsstandort und beschleunige die Abwanderung von Firmen, so seine Befürchtung. Über die Erbschaftsteuer hinaus forderte er die Bundesregierung auf, die Unternehmenssteuern noch vor 2028 zu senken und den Solidaritätszuschlag abzuschaffen. Trotz dieser Bedenken zeigte sich Hüther vorsichtig optimistisch für die wirtschaftliche Entwicklung: Er prognostizierte ein Wachstum von einem Prozent für Deutschland im Jahr 2023, auch wenn weiterhin Herausforderungen bestünden. Statt gezielter Maßnahmen wie der Senkung der Stromsteuer plädierte er für umfassende Steuersenkungen, um Unternehmen und Haushalte zu entlasten.
Mit ihrem Vorstoß will die SPD große Erbschaften stärker besteuern, während kleinere Familienvermögen geschont werden sollen. Hüthers Warnungen unterstreichen jedoch die möglichen Risiken für den Mittelstand und die Gesamtwirtschaft. Die Debatte über die Steuerreform wird voraussichtlich anhalten, während Unternehmen die Auswirkungen der geplanten Änderungen bewerten.
