Junger Apotheker rettet Barbara-Apotheke in Hamm vor dem Aus
Aykut Akkaya, ein 31-jähriger Apotheker, übernimmt die Barbara-Apotheke in Hamm – trotz der finanziellen Schwierigkeiten des früheren Besitzers, die schließlich in die Insolvenz führten. Akkaya sieht in dem Standort großes Potenzial, da es sich um die einzige Apotheke in der Nähe handelt.
Der Schritt folgt auf ein erfolgreiches Jahr als Leiter der Zeppelin-Apotheke in Ahlen, wo er zuvor bereits vier Jahre als Filialleiter tätig gewesen war.
Bevor der Kauf abgeschlossen werden konnte, musste Akkaya die Zustimmung der Bank einholen – mit detaillierten Prognosen zur Zukunft der Apotheke. Dieser Prozess war notwendig angesichts der wirtschaftlichen Belastungen, denen deutsche Apotheken derzeit ausgesetzt sind. Zwar ist die Barbara-Apotheke selbst finanziell stabil, doch der vorherige Inhaber hatte mit hohen Personalkosten zu kämpfen – Probleme, die Akkaya inzwischen gelöst hat.
Die Branche steckt in der Krise: Allein 2024 schlossen 578 Apotheken ihre Türen – ein Anstieg um 75 Prozent im Vergleich zum Anfang 2023. In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Apotheken in Deutschland um 18 bis 19 Prozent gesunken, besonders betroffen sind ländliche Regionen. Zwar gibt es keine genauen Insolvenzstatistiken, doch regionale Berichte – etwa aus Nordrhein – zeigen, wie stark der Sektor unter Druck geraten ist.
Akkaya führt nun zwei Teams mit jeweils 13 Mitarbeitenden, eines in der Barbara-Apotheke, das andere in der Zeppelin-Apotheke. Er ist zuversichtlich, beide Standorte erfolgreich zu managen, und verweist auf das erste erfolgreiche Jahr in Ahlen als Beleg.
Um sich an veränderte Kundenbedürfnisse anzupassen, will er die Digitalisierung vorantreiben und den Online-Bestellservice ausbauen. Auch eine stärkere Präsenz in sozialen Medien gehört zu seiner Strategie, um jüngere Kundschaft zu gewinnen. Sein Ziel: beide Apotheken zu einem Anlaufpunkt für alle Altersgruppen zu machen – mit einer Mischung aus traditionellem Service und moderner Bequemlichkeit.
Die Übernahme festigt Akkayas Position in einer schrumpfenden Branche. Mit nun zwei Apotheken unter seiner Leitung setzt er auf Modernisierung bei gleichzeitiger Nahversorgung. Sein Ansatz verbindet finanzielle Vorsicht mit digitalem Wachstum – ein Spiegel der Veränderungen, die Apotheken heute bewältigen müssen, um zu überleben.
