03 February 2026, 23:00

Kita-Streiks in NRW: ver.di legt AWO-Einrichtungen lahm und fordert 500 Euro mehr

Ein Schwarz-Weiß-Plakat mit einer Gruppe von Menschen und dem Text "Jeder zahlt, aber wenige profitieren von Kinderarbeit", das gegen Kinderarbeit wirbt.

Erste Warnstreiks in Awo-Kindergärten - Kita-Streiks in NRW: ver.di legt AWO-Einrichtungen lahm und fordert 500 Euro mehr

Warnstreiks legen Kitas und Sozialdienste in Nordrhein-Westfalen diese Woche lahm

Die Gewerkschaft ver.di hat zu Arbeitsniedergängen in Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) aufgerufen, die am Mittwoch, den 4. Februar, beginnen. Beschäftigte fordern höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen – doch die Arbeitgeber lehnen die Forderungen als unrealistisch ab.

Am Mittwoch, den 4. Februar, werden ver.di-Mitglieder in AWO-Kitas in Essen, Köln, im Rhein-Erft-Kreis, in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis die Arbeit niederlegen. Allein in Essen beteiligen sich 23 Kindergärten; einige richten Notbetreuungen ein, führen Gruppen zusammen oder schließen komplett. Auch Pflegeeinrichtungen in der Region könnten von den Ausständen betroffen sein.

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Gleichzeitig finden in Essen, Aachen und Köln Kundgebungen statt, die mit den Streiks im öffentlichen Dienst im Rahmen des Tarifkonflikts zusammenfallen. Die Gewerkschaft verlangt eine monatliche Gehaltserhöhung von 500 Euro für alle AWO-Mitarbeitenden, 300 Euro mehr für Auszubildende sowie drei zusätzliche freie Tage pro Jahr für Gewerkschaftsmitglieder. Die Arbeitgeber bezeichnen die Forderungen als "völlig überzogen" und werfen ver.di eine "PR-Aktion" vor – mit Verweis auf die angespannten Haushalte im Sozialbereich.

Am folgenden Tag, Donnerstag, den 5. Februar, weiten sich die Streiks auf Ostwestfalen-Lippe aus und betreffen dort AWO-Dienstleistungen. In Herford ist eine Demonstration geplant; mit weiteren Einschränkungen in der Region ist zu rechnen. Während die genaue Zahl der betroffenen Einrichtungen noch unklar ist, sind allein in Essen 23 Standorte betroffen – zusätzlich zu weiteren in der Umgebung.

Die Streiks führen zu vorübergehenden Schließungen und eingeschränkten Angeboten in AWO-Einrichtungen. Eltern und Nutzer:innen sozialer Dienste in mehreren Kreisen müssen mit Verzögerungen oder Ersatzlösungen rechnen. Zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft klafft weiterhin eine tiefe Lücke in den Verhandlungen – eine schnelle Einigung ist nicht in Sicht.